Die Wärmewende führt nicht zu Energieknappheit und großflächigen Stromausfällen.

Klimaneutralitätsszenarien prognostizieren, dass die Anzahl installierter Wärmepumpen im Jahr 2030 zwischen 4,1 Millionen und 6,5 Millionen liegen wird (vgl. Agora Energiewende 2022). Mit dem wachsenden Einsatz von Wärmepumpen sowie der zunehmenden Nutzung von Elektroautos wird der Strombedarf in Deutschland stark ansteigen. Dieser soll durch einen weiteren Ausbau von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien abgedeckt werden. Mit steigendem Anteil erneuerbarer Energien im Stromsektor steigt die Sorge, dass sogenannte Dunkelflauten – Zeiten, in denen weder Wind- noch Sonnenenergie zur Verfügung stehen – zu weitreichenden Versorgungsunterbrechungen führen könnten. Zugleich wird befürchtet, dass auch zu hohe Einspeismengen von erneuerbaren Strom zu Ausfällen führen können.
Dabei ist es sehr unwahrscheinlich, dass wir durch die Wärmewende mit großflächigen Stromausfällen, sogenannten Blackouts, rechnen müssen: Das deutsche Stromsystem weist eine Vielzahl an Steuerungsmöglichkeiten und Redundanzen auf, die die Stabilität unserer Netze gewährleisten.
Auf dieser Seite finden Sie Textbausteine für verschiedene Kanäle sowie ausführliche Hintergrundinformationen für eine erfolgreiche Kommunikation dieses Themas.
Kurz & knapp: Fakten zur Elektrifizierung des Wärmesektors
- Die Elektrifizierung unseres Energiesystems sowie der Ausbau der bestehenden Stromnetzinfrastruktur sind notwendig, um die Treibhausgasemissionen zu senken. Dabei werden fossile Brennstoffe durch Strom aus erneuerbaren Energien ersetzt – zum Beispiel durch Wind- oder Sonnenenergie.
- Eine stärkere Nutzung von erneuerbaren Energien wirkt sich positiv auf die Versorgungssicherheit aus. Das zeigen vergangene Energiekrisen: Sie lassen sich maßgeblich auf die Importabhängigkeit von fossiler Energie zurückführen.
- Übertragungsnetzbetreiber und Regelenergiemärkte sorgen dafür, dass Energieerzeugung und Verbrauch stets im Gleichgewicht sind. So bleibt unsere Netzfrequenz von 50 Hertz stabil. Regelmechanismen werden auch in Zukunft weiter gestärkt. Zudem sollen in Deutschland neue Stromspeicher zur Zwischenspeicherung überschüssiger erneuerbarer Energie ans Netz gehen (vgl. BMWK 2023). Neue Gas-Kraftwerke könnten bei Bedarf schnell große Energiemengen einspeisen (vgl. dpa 2025).
- Es ist wichtig, zwischen Versorgungsunterbrechungen und Blackouts zu unterscheiden. Lokal begrenzte, kurze Stromausfälle können hin und wieder vorkommen – zum Beispiel, weil ein Bagger bei Bauarbeiten eine Leitung beschädigt hat. Sie dauern meist nur wenige Minuten oder höchstens Stunden. Ein Blackout ist hingegen ein großflächiger, anhaltender Zusammenbruch der Stromversorgung.
- Blackouts, also großflächige Stromausfälle, wie in Spanien sind in Deutschland sehr unwahrscheinlich: Im Gegensatz zu Spanien ist Deutschland zentral in das europäische Übertragungsnetz eingebunden (vgl. Bundesnetzagentur 2025; Die Bundesregierung 2025; Forschungszentrum Jülich 2023: Amprion 2025). Im Notfall kann das deutsche Netz von außen gestützt und andernfalls auch Stromüberschuss in die Nachbarländer abgeben. So hat Deutschland 2022 eine große Strommenge nach Frankreich exportiert, wo im August rund 65 Prozent der Atomkraftwerke abgeschaltet werden mussten. (RTE 2023)
Warum die Stromnetzinfrastruktur in der Kommunalen Wärmeplanung eine Rolle spielt
Ein weiterer Ausbau der Stromnetzinfrastruktur ist für die Energiewende notwendig. Dies betrifft sowohl die Übertragungsnetze, damit die hohe große Energienachfrage im Süden Deutschlands mit dem Angebot erneuerbarer Energien im Norden Deutschlands gedeckt werden kann, als auch die Verteilnetze. Werden im großen Stil dezentral Wärmepumpen eingesetzt, steigen die Anforderungen an Stromerzeugung und Stromnetz insbesondere an kalten Tagen massiv, da diese Lastspitzen nicht durch Lösungen wie saisonale Wärmespeicher aufgefangen werden können. Daher sollten die Kommunen bei der Ausarbeitung ihrer Wärmepläne auch unter Betrachtung der Stromnetzkapazitäten genau prüfen, wo durch den (Aus-)Bau von Wärmenetzen der Stromsektor entlastet werden kann. (vgl. Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI 2024; dena 2021)

Textbausteine für die Kommunikation
Um Falschinformationen zur Stabilität der Stromversorgung in Deutschland vorzubeugen oder zu widerlegen, finden Sie an dieser Stelle Textbausteine sowie Umsetzungsbeispiele für verschiedene Kommunikationskanäle.
Werden großflächige Stromausfälle in Deutschland durch den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien und die Elektrifizierung des Wärmesektors wahrscheinlicher?
Das deutsche Stromsystem ist eines der sichersten Versorgungssysteme der Welt. Mit durchschnittlich 13 Minuten ist die jährliche Dauer der lokal begrenzten Versorgungsunterbrechung im internationalen Vergleich sehr gering. Außerdem weist das System eine Vielzahl an Steuerungsmöglichkeiten und Redundanzen auf, die die Stabilität unserer Netze gewährleisten. Ein großflächiger Stromausfall ist daher sehr unwahrscheinlich. Die Übertragungsnetzbetreiber sorgen dafür, dass Energieerzeugung und -verbrauch im Gleichgewicht sind und unsere Netzfrequenz von 50 Hertz stabil bleibt. Hinzu kommt, dass Deutschland durch seine geografische Lage zentral in das europäische Übertragungsnetz eingebunden ist. Im Notfall kann das deutsche Netz also von außen gestützt werden oder überschüssige Energie in die benachbarten Länder abgegeben werden. Aktuelle Entwicklungen, beispielsweise ein wachsender Strombedarf durch die Elektrifizierung des Wärmesektors und eine damit einhergehende wachsende Zahl an Wärmepumpen, beobachtet die Bundesnetzagentur in ihrem Monitoring, um bei Bedarf reagieren zu können.
Auf der Seite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie finden Sie weitere Fragen und Antworten zum Thema.
Quellen:
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE): Fragen und Antworten zur Versorgungssicherheit. 24.06.2025. www.bundeswirtschaftsministerium.de, Zugriff am 11. August 2025
Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) (2023): Stromspeicher-Strategie. Handlungsfelder und Maßnahmen für eine anhaltende Ausbaudynamik und optimale Systemintegration von Stromspeichern. Online verfügbar unter: www.bundeswirtschaftsministerium.de am: 4. August 2025.
Amprion GmbH: Ein Blackout wie in Spanien ist in Deutschland unwahrscheinlich. 2025. www.amprion.net, Zugriff am: 4. August 2025.
Forschungszentrum Jülich GmbH: Das Blackout-Märchen. 18.01.2025. www.fz-juelich.de, Zugriff am: 4. August 2025.
Während der Anteil erneuerbarer Energie am Bruttostromverbrauch kontinuierlich steigt, bleibt der System Average Interruption Duration Index (SAIDI) stabil. Dieser Wert gibt die durchschnittliche Versorgungsunterbrechung pro angeschlossenem Endverbraucher innerhalb eines Kalenderjahres an. Für seine Berechnung melden die Stromnetzbetreiber alle Versorgungsunterbrechungen, die länger als drei Minuten dauern, an die Bundesnetzagentur. Bislang ist also nicht erkennbar, dass die Energiewende und der damit verbundene Ausbau erneuerbarer Energien einen negativen Einfluss auf die Versorgungssicherheit hat.
❗Bei diesen Versorgungsunterbrechungen handelt es sich nicht um Blackouts. Bei einem Blackout fällt der Strom länger und flächendeckend aus. Lokal begrenzte, kurze Stromausfälle – zum Beispiel durch die Beschädigung von Leitungen bei Bauarbeiten – können vorkommen und zählen mit einer Dauer von wenigen Minuten oder höchstens Stunden nicht als Blackout.
Gut zu wissen: Die Bundesnetzagentur führt regelmäßig ein Monitoring zur Versorgungssicherheit durch, um frühzeitig auf Entwicklungen reagieren zu können. Bereits vorliegende Analysen zeigen, dass die Versorgungssicherheit in Deutschland auch bei einem höheren Stromverbrauch, beispielsweise durch zunehmende Elektromobilität und Wärmepumpen, auf einem hohen Niveau gewährleistet bleibt.

Der System Average Interruption Duration Index, kurz SAIDI, gibt die durchschnittliche Versorgungsunterbrechung pro angeschlossenem Endverbraucher innerhalb eines Kalenderjahres an. Zur Berechnung des SAIDI melden die Stromnetzbetreiber alle Versorgungsunterbrechungen, die länger als drei Minuten dauern, an die Bundesnetzagentur. Während der Anteil erneuerbarer Energie am Bruttostromverbrauch kontinuierlich steigt, bleibt der SAIDI stabil. Bislang ist also nicht erkennbar, dass die Energiewende und der damit verbundene Ausbau erneuerbarer Energien einen negativen Einfluss auf die Versorgungssicherheit hat.

Diese Präsentationsfolie fasst die wichtigsten Punkte zur zunehmenden Elektrifizierung des Wärmesektors und zur Versorgungssicherheit zusammen.

Hintergrund: Stabilität der Stromnetze im Fokus der Energiewende
Zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen werden unser Wärmesektor, aber auch unser Verkehrssektor weiter elektrifiziert. Dadurch werden fossile Brennstoffe durch Strom aus erneuerbaren Energien ersetzt.
Quellen für erneuerbare Energien sind vor allem Wind an Land und auf See, Photovoltaik und Biomasse. Darüber hinaus werden mit Strom aus erneuerbaren Quellen auch Energieträger wie zum Beispiel (grüner) Wasserstoff hergestellt (vgl. Brown, Tom et al. 2025).
Warum großflächige Stromausfälle in Deutschland unwahrscheinlich sind
Das europäische Stromnetz – einschließlich Deutschlands – arbeitet mit einer konstanten Frequenz von 50 Hertz (Hz). Diese Frequenz muss für eine sichere und zuverlässige Stromversorgung stabil gehalten werden. Wird zu viel Energie in das Netz eingespeist, erhöht sich die Frequenz, wird zu viel Strom verbraucht, sinkt die Frequenz. Bei Bedarf sorgen die Übertragungsnetzbetreiber in Zusammenarbeit mit den Regelenergiemärkten für den Ausgleich von Stromverbrauch und -erzeugung. An den Regelenergiemärkten bieten verschiedene Akteurinnen und Akteure ihre Energiekapazitäten an – zum Beispiel Kraftwerksbetreiber zur bedarfsgerechten Einspeisung von Energie oder Unternehmen mit einem flexiblen Verbrauch zur Abnahme von Energie. Mit dieser sogenannten Regelenergie werden Schwankungen im Stromnetz ausgeglichen.
Aufgrund des naturgegebenen stark schwankenden Angebots an Windenergie und Solarenergie müssen mit steigendem Anteil erneuerbarer Energie an der Stromproduktion auch die Regelmechanismen weiter gestärkt werden. In Deutschland sollen zur weiteren Absicherung einerseits neue Gas-Kraftwerke entstehen, die bei Bedarf schnell große Energiemengen einspeisen können (vgl. dpa 2025). Andererseits wird auch ein Hochlauf von Stromspeichern unterstützt, die bei einem Überangebot erneuerbare Energie zwischenspeichern können (vgl. BMWK 2023)
Großflächige Stromausfälle, sogenannte Blackouts, wie in Spanien sind in Deutschland sehr unwahrscheinlich. Denn neben den genannten Regelkomponenten weist Deutschland noch einen wesentlichen Vorteil auf: Im Gegensatz zu dem am Rande liegende Spanien ist Deutschland zentral in das europäische Übertragungsnetz eingebunden (vgl. Bundesnetzagentur 2025; Die Bundesregierung 2025; Forschungszentrum Jülich 2023: Amprion 2025). Dadurch kann das deutsche Netz im Notfall von außen gestützt und andernfalls auch Stromüberschuss in die Nachbarländer abgegeben werden. So hat Deutschland 2022 eine große Strommenge nach Frankreich exportiert, wo im August rund 65 Prozent der Atomkraftwerke abgeschaltet werden mussten (vgl. RTE 2023).
Zusammenfassung
Das deutsche Stromsystem weist eine Vielzahl an Steuerungsmöglichkeiten und Redundanzen auf, die die Stabilität unserer Netze gewährleisten. Ein großflächiger Stromausfall ist daher sehr unwahrscheinlich. Durch die zunehmende Elektrifizierung des Wärme- und Verkehrssektors steigt auch die Auslastung der kommunalen Stromverteilnetze. Um diese weitgehend zu entlasten, sollte im Rahmen der kommunalen Wärmepläne wo möglich der (Aus-)Bau von Wärmenetzen forciert werden.
Quellen
AG Energiebilanzen e.V. (2022a). Anwendungsbilanzen zur Energiebilanz Deutschland. Endenergieverbrauch nach Energieträgern und Anwendungszwecken. Detaillierte Anwendungsbilanzen der Endenergiesektoren für 2020 und 2021 sowie zusammenfassende Zeitreihen zum Endenergieverbrauch nach Energieträgern und Anwendungszwecken für Jahre von 2011 bis 2021. Online verfügbar unter: ag-energiebilanzen.de, Zugriff am: 5. August 2025.
AG Energiebilanzen e.V. (AGEB) (2022b): Energieverbrauch in Deutschland im Jahr 2021. Berlin. Online verfügbar unter: ag-energiebilanzen.de, Zugriff am 5. August 2025.
Agora Energiewende (2022): Durchbruch für die Wärmepumpe. Praxisoptionen für eine effiziente Wärmewende im Gebäudebestand. Online verfügbar unter: kww-halle.validserver.de, Zugriff am 25. Juli 2025.
Amprion GmbH: Ein Blackout wie in Spanien ist in Deutschland unwahrscheinlich. 2025. www.amprion.net, Zugriff am: 4. August 2025.
Brown, Tom et al. (2025): Eine kosteneffiziente Energiewende – Wo liegen entscheidende Hebel? Kopernikus-Projekt Ariadne, Potsdam. Online verfügbar unter: ariadneprojekt.de, Zugriff am: 4. August 2025.
Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) (2023): Stromspeicher-Strategie. Handlungsfelder und Maßnahmen für eine anhaltende Ausbaudynamik und optimale Systemintegration von Stromspeichern. Online verfügbar unter: www.bundeswirtschaftsministerium.de, Zugriff am: 4. August 2025.
Bundesnetzagentur: Dunkelflaute? Kein Grund zur Panik. 2025. www.bundesnetzagentur.de, Zugriff am 4. August 2025.
Bundesnetzagentur: Kennzahlen der Versorgungsunterbrechungen Strom. 11.11.2024. www.bundesnetzagentur.de, Zugriff am: 1. August 2025.
Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) (2021): Abschlussbericht. dena-Leitstudie Aufbruch Klimaneutralität. Eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Online verfügbar unter: www.dena.de, Zugriff am: 4. August 2025.
Die Bundesregierung: Stromausfall – Was ist ein Blackout? 2025. www.bundesregierung.de, Zugriff am: 4. August 2025.
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH (dpa): Reiche betont Notwendigkeit neuer Gaskraftwerke. 21.07.2025. www.springerprofessional.de, Zugriff am 13. August 2025.
Forschungszentrum Jülich GmbH: Das Blackout-Märchen. 18.01.2025. www.fz-juelich.de, Zugriff am: 4. August 2025.
Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI: Langfristszenarien. Wissenschaftliche Analysen zur Dekarbonisierung Deutschlands. 2024. langfristszenarien.de, Zugriff am 4. August 2025.
Umweltbundesamt (2025). Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch. Online verfügbar unter: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/384/bilder/dateien/de_indikator_ener-04b_ee-brstrv_2025-04-25_0.pdf, Zugriff am: 19. November 2025.
Weltenergierat – Deutschland e.V (2022): Energie für Deutschland. Fakten, Perspektiven und Positionen im globalen Kontext | 2022. Berlin. Online verfügbar unter: www.weltenergierat.de, letzter Zugriff: 4. August 2025.
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