Wettbewerbs- und Standortvorteile durch die Wärmewende
Kommunen, in denen Wärme aus lokal verfügbaren erneuerbaren Energiequellen erzeugt wird, sind attraktive Standorte für Unternehmen. Auf dieser Seite erfahren Sie, welche Vorteile sich für Unternehmen aus der Wärmewende ergeben und wie Sie diese kommunizieren können.

Kurz & knapp: Wettbewerbs- und Standortvorteile durch die Wärmewende
Die Möglichkeit, erneuerbare Energien für die Wärmeversorgung zu nutzen, beeinflusst die Standortwahl bei Neuansiedlungen und den Erhalt bestehender Unternehmen positiv, denn sie bietet folgende Vorteile:
- Planungssicherheit: Erneuerbare Energien sorgen für Unabhängigkeit von globalen Energiemärkten und erhöhen die Preisstabilität. Diese Planungssicherheit ist ein Wettbewerbsvorteil für Unternehmen. Zusätzlich ist die Prognose, dass erneuerbar erzeugte Wärme langfristig auch günstiger sein wird als Wärme aus fossilen Energieträgern.
- Attraktivität als Arbeitgeber: Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt bei jungen Arbeitnehmenden zunehmend an Bedeutung. So wird eine nachhaltige Unternehmensführung, beispielsweise durch die Erzeugung oder den Einsatz erneuerbarer Energie, insbesondere in Zeiten des Fachkräftemangels zum Vorteil auf dem Arbeitsmarkt (vgl. ManPowerGroup 2024).
- Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil bei der privaten Finanzierung: Investierende und Auftraggebende verlangen zunehmend Nachhaltigkeitsnachweise. Das motiviert Unternehmen dazu, Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen. Banken berücksichtigen Nachhaltigkeitsrisiken bei der Kreditvergabe: Nachhaltige Unternehmen erhalten günstigere Kreditkonditionen (vgl. BaFin 2024).
- Fördermittel: Nachhaltigkeitskriterien gewinnen bei der Einwerbung von Fördermitteln an Bedeutung. Dadurch erhöht sich die Rentabilität entsprechender Projekte (vgl. Dr. Pulz & Partner 2025).
Textbausteine für die Kommunikation
Um den Standortvorteil zu kommunizieren, der sich für Unternehmen aus der Wärmewende ergibt, finden Sie an dieser Stelle Textbausteine sowie Umsetzungsbeispiele für verschiedene Kommunikationskanäle:
- Für die Social-Media-Kanäle einer Kommune bietet sich eine fortlaufende Reihe zu guten Argumenten für die Wärmewende an: Pro Post beziehungsweise Beitrag kann die Kommune den Bürgerinnen und Bürgern jeweils einen Vorteil oder Mehrwert aufzeigen.
- Auch auf der Gemeinde-Webseite kann der Standortvorteil durch die Wärmewende aufgezeigt werden – beispielsweise im Rahmen von FAQ.
- Je nach Umfang der vorhandenen finanziellen Mittel sind eine Plakatkampagne oder ein Informationsflyer denkbar.
Beispiel für ein Plakat zum Thema Standortvorteile

Welche Vorteile bietet die Wärmewende den Unternehmen in unserem Ort?
Die Unternehmen in unserem Ort profitieren von den gleichen Vorteilen wie die Bürgerschaft: Denn lokal erzeugte Wärme macht unabhängiger von Energieimporten und erhöht die Preisstabilität. Das schafft Planungssicherheit im Privaten wie im Betrieb. Kommunen, in denen bereits eine Wärmeversorgung über ein klimafreundliches Wärmenetz oder auf Basis von Direktstrom aus lokalen erneuerbaren Energiequellen möglich ist, sind deshalb insbesondere für Betriebe mit hohen Wärmebedarfen als Unternehmensstandort attraktiv.
Unternehmen sind darüber hinaus an mehr Nachhaltigkeit interessiert, weil nachweisbare Nachhaltigkeitskriterien zunehmend von Investierenden, Banken und Fördermittelgebenden berücksichtigt werden – etwa durch zinsgünstigere Kredite oder bei der Vergabe von Zuschüssen. Um die Auswirkungen des unternehmerischen Handelns auf Umwelt, Gesellschaft sowie die unternehmensinternen Regelungsmechanismen transparenter zu machen, hat die Europäische Union mit der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) eine gesetzliche Grundlage für einheitliche Berichtsstandards ab einer gewissen Unternehmensgröße geschaffen.
Nicht zuletzt haben Befragungen gezeigt, dass nachhaltig agierende Unternehmen auch für Fachkräfte interessant sind.
Schon gewusst? Eine erfolgreiche Kommunale Wärmewende erhöht die Standortattraktivität und wird zum Wettbewerbsvorteil für Unternehmen.
Warum?
- Erneuerbare Energien senken die Importabhängigkeit und sorgen dadurch für mehr Stabilität und Planungssicherheit. Bei stetig wachsenden CO2-Kosten bieten sie außerdem zunehmende Kostenvorteile gegenüber fossilen Brennstoffen.
- Eine nachhaltige Unternehmensführung, beispielsweise durch die Nutzung erneuerbarer Energien, steigert die Attraktivität als Arbeitgeber.
- Investierende, Banken und Fördermittelgebende achten zunehmend auf Nachhaltigkeitskriterien.
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Diese Präsentationsfolie fasst die wichtigsten Wettbewerbs- und Standortvorteile durch die Wärmewende für Unternehmen zusammen.

Hintergrund: Wärmewende? Standortvorteil!
Kommunen können Unternehmen attraktive Standortvorteile bieten, indem sie den Zugang zu kostengünstiger, erneuerbarer Energie für die Wärmeversorgung ermöglichen. Dafür kommen insbesondere zwei technische Konzepte in Betracht: zum einen der Anschluss an ein lokales Wärmenetz, das erneuerbare oder unvermeidbare Abwärme nutzt, und zum anderen eine Versorgung über Stromdirektleitungen von nahegelegenen Erzeugungsanlagen, etwa aus Wind- oder Solarenergie, in Verbindung mit Wärmepumpen.
Mithilfe von Anreizen für die klimafreundliche Eigenerzeugung von Strom und Wärme können Kommunen die notwendigen Voraussetzungen schaffen – beispielsweise durch Erleichterungen bei Genehmigungs- und Zertifizierungspflichten sowie beschleunigte und vereinfachte Planungsverfahren.
Arten von Wärme in Unternehmen
Während Industriebetriebe vor allem hohe Temperaturen in Form von Prozesswärme benötigen (vgl. Rhode und Arnold-Keifer 2025), dominiert im GHD-Sektor (Gewerbe, Handel, Dienstleistungen) der Raumwärmebedarf. Weitere Anwendungsbereiche sind Warmwasserbereitung und Prozesswärme (zum Beispiel in Gastronomie/Krankenhäusern) (vgl. AGEB 2026). Aus technologischer Sicht kann Raumwärme bereits weitgehend durch erneuerbare Energien in Eigenversorgung oder über Fernwärmenetze gedeckt werden. Die Bereitstellung von Prozesswärme in Industrie und Gewerbe ist noch herausfordernder. Moderne Technologien wie Hochtemperatur-Wärmepumpen und Tiefengeothermie ermöglichen es aber auch hier, im sogenannten Niedertemperaturbereich (bis circa 160 Grad Celsius) und im mittleren Temperaturbereich (160 bis 500 Grad Celsius) den Energiebedarf zunehmend abzudecken (vgl. IN4climate.NRW 2022).

Planungssicherheit und Kostenvorteile
Die Stromgestehungskosten von Solar- und Windanlagen sind niedriger als die konventioneller Erzeugungsanlagen (vgl. Kost et al. 2024). Durch Stromdirektleitungen entfallen mehrere Kostenblöcke des normalen Strombezuges ganz oder teilweise, da der Umweg über das öffentliche Netz entfällt. Zusätzliche Kostenvorteile lassen sich durch den Einsatz von Wärmepumpen erzielen. Diese erreichen Wirkungsgrade von 300 bis 500 Prozent, da sie mit Hilfe von Strom kostenlose Umweltenergie nutzbar machen und so besonders effizient arbeiten.
Diese Ansätze sind ein zentrales Beispiel für die Sektorkopplung, bei der Strom- und Wärmesektor verbunden werden. Die direkte Nutzung erneuerbarer Energien ermöglicht eine hohe Planbarkeit der Energiepreise, insbesondere bei langfristigen Lieferverträgen oder eigener Erzeugung. Gleichzeitig steigt die Versorgungssicherheit, da Unternehmen unabhängiger von volatilen Energiemärkten werden.
Zudem machen wachsende regulatorische Anforderungen Standorte mit einem auf einem hohen Anteil erneuerbarer Energie basierenden Versorgungsangebot attraktiver: Denn die CO2-Bepreisung über das EU-Emissionshandelssystem (EU-ETS) oder das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) oder auch die Pflicht zur Nachhaltigkeitsberichterstattung zwingen Unternehmen dazu, ihre Emissionen zu senken. Sind Strom und Wärme aus erneuerbaren Energiequellen verfügbar, können Unternehmen Vorgaben leichter erfüllen und gleichzeitig Kosten für CO2-Zertifikate sparen.
Unternehmen zeigen Bedarf an
Dass die örtliche Verfügbarkeit erneuerbarer Energien einen großen Effekt auf die Standortattraktivität beziehungsweise auf den Erhalt bestehender Unternehmen hat, bestätigt eine branchenübergreifende Befragung von 924 Unternehmen (vgl. Fischer et al. 2023). Entsprechend hoch ist der Erwartungsdruck der Unternehmen an die Politik, den Ausbau erneuerbarer Energien zu beschleunigen und die notwendigen Infrastrukturen bereitzustellen, um den Wirtschaftsstandort Deutschland nicht zu gefährden (vgl. ZfK 2024).
Nachhaltigkeit als Kriterium auf dem Arbeitsmarkt
Insbesondere junge Arbeitnehmende messen die Attraktivität der Arbeitgeber zunehmend an einer nachhaltigen Unternehmensführung: Laut einer Studie des führenden Personaldienstleisters ManPowerGroup bevorzugen 60 Prozent der Arbeitnehmenden Unternehmen mit klaren Umweltmaßnahmen. Nachhaltig ausgerichtete Unternehmen haben damit einen weiteren Wettbewerbsvorteil (vgl. Dr. Pulz & Partner 2025; ManPowerGroup 2024).
Nachhaltigkeitsberichterstattung als Chance
Die baldige Umsetzung der EU-Richtlinie Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) in Deutschland soll die Auswirkungen des unternehmerischen Handelns auf Umwelt, Gesellschaft sowie die unternehmensinternen Regelungsmechanismen mithilfe einheitlicher Berichtsstandards transparenter machen. Nach derzeitigem Überarbeitungsstand des Richtlinienentwurfes (Stand Februar 2026) werden insbesondere große Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden und einem Umsatz von über 450 Mio. Euro künftig dazu verpflichtet, einen Nachhaltigkeitsbericht zu erstellen.
Die verpflichteten Unternehmen müssen unter anderem CO2-Emissionen erfassen, die während des Produktionsprozesses im Unternehmen, aber auch in der Vorlieferkette anfallen. Daher fordern die reportpflichtigen Unternehmen auch entsprechende Informationen von ihren zuliefernden Betrieben ein. Dadurch können auch mittlere und kleine Betriebe indirekt von der Berichtspflicht betroffen sein. Weisen sie niedrige CO2-Emissionswerte auf, können sie potenziell interessantere Geschäftspartner für große Firmen sein.
Damit bietet die Berichtslegung den Unternehmen eine konkrete Grundlage, um ihre Transformationen in Richtung Nachhaltigkeit gezielt voranzutreiben und gegenüber Stakeholdern nachzuweisen. Die Verfügbarkeit, Erzeugung oder Nutzung erneuerbarer Energien spielt dabei ebenfalls eine wichtige Rolle.
Weitere finanzielle Vorteile für Unternehmen durch nachhaltiges Handeln
Planungen und Umsetzungen von Klimaschutzmaßnahmen in Kommunen machen sich für die Unternehmen bezahlt: Denn Investierende verlangen zunehmend Nachhaltigkeitsnachweise. Auch Banken berücksichtigen diese bei ihren Kreditvergaben, denn Kreditinstitute müssen Nachhaltigkeitsrisiken bei der Kreditvergabe beachten und vorhandene ESG-Daten (Environment, Social, Government) in ihre Bewertungen einbeziehen. (Vgl. BaFin 2024)
Laut Finanzexpertinnen und -experten wird die sogenannte ESG-Bewertung voraussichtlich standardmäßig in das Finanzrating integriert. Die Bonität eines Unternehmens – und der daran orientierte Zinssatz – werden dann nicht mehr rein an der finanziellen Lage des Unternehmens bestimmt, sondern auch anhand möglicher Nachhaltigkeitsrisiken (vgl. Institut für Mittelstandberatung GmbH 2025). Folglich erhalten Unternehmen, die beispielsweise ihre CO2-Emissionen durch eine auf erneuerbare Energien basierende Wärmeversorgung senken, ein entsprechend positiveres Rating und profitieren somit von zinsgünstigeren Krediten (vgl. BaFin 2024).
Darüber hinaus gewinnen Nachhaltigkeitskriterien auch bei der Einwerbung von Fördermitteln an Bedeutung. So werden diese etwa in Förderprogrammen berücksichtigt, die aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionalentwicklung (EFRE) kofinanziert werden. Dies senkt den Bedarf an Eigenmitteln und erhöht die Rentabilität der Projekte. (Vgl. Dr. Pulz & Partner 2025)
Blick in die Praxis
Wie die Wärmewende gelingen kann und welche wirtschaftlichen Vorteile sich daraus für Unternehmen ergeben, zeigen auch Beispiele der KfW.

Quellen
AG Energiebilanzen e.V. (AGEB, 2026): Anwendungsbilanzen zur Energiebilanz Deutschland – Endenergieverbrauch nach Energieträgern und Anwendungszwecken. Berlin/Münster. ag-energiebilanzen.de/wp-content/uploads/EBD24e_AnwBil.pdf, Zugriff am: 7. Mai 2026
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin): Rundschreiben 06/2024 (BA) – Mindestanforderungen an das Risikomanagement – MaRisk. 29. Mai 2024. www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Rundschreiben/2024/rs_06_2024_MaRisk_BA.html, Zugriff am: 7. April 2026.
Dr. Pulz & Partner Managementberatung: Nachhaltigkeit als Kriterium für Bonität und Förderfähigkeit. 07. April 2025. www.mehr-innovationserfolg.de/impulse/detail/nachhaltigkeit-als-kriterium-fuer-bonitaet-und-foerderfaehigkeit, Zugriff am: 27. Januar 2026.
Fischer, Andreas, Dennis Bakalis, Thilo Schaefer und Edgar Schmitz (2023). Standortvorteil Erneuerbare Energien? Die Bedeutung der Verfügbarkeit von Erneuerbaren Energien als Standortfaktor in Deutschland. Gutachten in Zusammenarbeit mit EPICO KlimaInnovation (Hrsg.), Institut der deutschen Wirtschaft und Stiftung KlimaWirtschaft. Köln. Online verfügbar unter: epico.org/de/studie-standortvorteil, Zugriff am: 28. Januar 2026.
Institut für Mittelstandsberatung GmbH: ESG-Bewertung und Kreditvergabe. 10. Dezember 2025. www.imb-hannover.de/2025/12/10/esg-bewertung-und-kreditvergabe, Zugriff am: 15. April 2026.
IN4climate.NRW (Hrsg.) (2022): Prozesswärme für eine klimaneutrale Industrie. Impulspapier der Initiative IN4climate.NRW. Düsseldorf. https://www.energy4climate.nrw/publikation/prozesswaerme-fuer-eine-klimaneutrale-industrie, Zugriff am: 9. März 2026.
Kost, Christoph, Paul Müller, Jael Sepúlveda, Verena Fluri und Jessica Thomsen (2024): Stromgestehungskosten Erneuerbare Energien. Freiburg. Online verfügbar unter: www.ise.fraunhofer.de/de/veroeffentlichungen/studien/studie-stromgestehungskosten-erneuerbare-energien.html, Zugriff am: 28. Januar 2026.
ManpowerGroup (2024): Building Competitive Advantage with a People-First Green Business Transformation. Online verfügbar unter: www.manpowergroup.co.uk/wp-content/uploads/2024/01/MPG-Green-Business-Transformation-White-Paper-2024-UK.pdf, Zugriff am: 27. Januar 2026.
Rhode, Clemens; Arnold-Keifer, Sonja (2025): Erstellung von Anwendungsbilanzen für die Jahre 2021 bis 2023 für die Sektoren Industrie und GHD. Studie für die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e.V. (AGEB). ag-energiebilanzen.de/wp-content/uploads/2021/02/Anwendungsbilanz_Industrie_2021_final_20221222.pdf, Zugriff am: 9. März 2026.
Zeitung für kommunale Wirtschaft (ZfK): Sächsische Unternehmen fordern Ausbau erneuerbarer Energien. 17. September 2024. www.zfk.de/politik/deutschland/saechsische-unternehmen-fordern-ausbau-erneuerbarer-energien, Zugriff am: 27. Januar 2026.
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