Groß­wärme­pumpen in Wärme­netzen

Begonnen bei ihrer Rolle, über die möglichen Wärmequellen bis hin zu Wirtschaftlichkeitsfaktoren und Praxisbeispielen für Großwärmepumpen finden Sie hier einen kompakten Überblick dieser bewährten Wärmewendetechnologie.

© dena/Foto Pflügler

Was sind Großwärmepumpen?

Großwärmepumpen funktionieren grundsätzlich wie Wärmepumpen zur Beheizung einzelner Gebäude. Der Unterschied liegt in der Heizleistung. Im Vergleich zu den einfachen Wärmepumpen mit einer üblichen Leistungsspanne zwischen vier und 20 Megawatt beginnen Großwärmepumpen ab etwa 100 kW   und reichen bis in den mehrstelligen Megawattbereich (Bundesverband Wärmepumpe e.V., 2025). Sie sind speziell für einen robusten und zuverlässigen Dauerbetrieb in Industrie und Wärmenetzen konzipiert. Je nach Netzgröße und Lastprofil können Großwärmepumpen als zentrale Erzeugungseinheit oder in Kombination mit Technologien wie Spitzenlastkesseln eingesetzt werden.

Das Potenzial von Großwärmepumpen für die Wärmewende

Sowohl Politik als auch Energiebranche messen Großwärmepumpen eine zentrale Rolle in der zukünftigen Wärmeversorgung bei. Sie stellen eine technologisch ausgereifte und klimafreundliche Alternative zu konventionellen Wärmeerzeugern dar. Ihre Fähigkeit, im großen Maßstab Strom effizient in Wärme umzuwandeln, macht Großwärmepumpen zu einer zentralen Technologie für die Sektorenkopplung. Werden Sie mit einem Wärmespeicher kombiniert, können Großwärmepumpen entsprechend das Stromnetz stabilisieren und die Versorgungssicherheit erhöhen. Unter anderen gehen Agora Energiewende und Fraunhofer IEG (2023) davon aus, dass Großwärmepumpen künftig einen Anteil von bis zu 70 Prozent in deutschen Wärmenetzen erreichen können.

Wärmequellen für Großwärmepumpen

Großwärmepumpen können sowohl in kleineren Nahwärmenetzen als auch in großen Fernwärmesystemen eingesetzt werden. Entscheidend ist, dass sie den spezifischen Anforderungen des jeweiligen Wärmenetzes entsprechen und auf eine geeignete, lokal verfügbare Wärmequelle zugreifen. Während Wärmepumpen zur Einzelgebäudeheizung in den meisten Fällen Außenluft nutzen, steht Großwärmepumpen in Wärmenetzen ein breiteres Spektrum an Energiequellen zur Verfügung:

Erfolgsfaktoren für Großwärmepumpen

Grundsätzlich sind Großwärmepumpen individuelle Systeme, die passend zu den lokalen Gegebenheiten ausgewählt bzw. angefertigt werden müssen. Für einen erfolgreichen Einsatz von Großwärmepumpen sind daher die Sondierung der lokalen Situation und der Austausch mit Herstellern zentral.

Welche Förderungen kommen für Großwärmepumpen-Projekte in Frage?

Für die Errichtung von Großwärmepumpen in Neu- und Bestandsnetzen stellt der Bund die „Bundesförderung für effiziente Wärmenetze“ (BEW) zur Verfügung. Im Rahmen von vier Fördermodulen können dabei folgende Maßnahmen gefördert werden: 

  1. Transformationspläne und Machbarkeitsstudien 
  2. Förderung für Infrastruktur, Übergabestationen sowie Erzeugungsanlagen 
  3. Einzelmaßnahmen für Bestandsnetze 
  4. Betriebskostenförderungen für Großwärmepumpen 

Weitere Informationen zur Förderung und zur Beantragung finden Sie über die offizielle Webseite des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). 

Darüber hinaus besteht seit Ende 2025 ein neues Förderprogramm (KFW 572) welches zinsgünstige Darlehen bereitstellt und Fündigkeitsrisiken absichert. Mehr Informationen hierzu finden Sie auf den Seiten der KFW.

Erfolgreiche Praxisbeispiele

KWW-Spezial: Großwärmepumpen

Die Vorträge aus diesem Webseminar finden Sie in unserer Aufzeichnungs-Infothek.

KWW-Spezial: Großwärmepumpen

Quellen

Mehr erfahren

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Groß­wärme­pumpen im KWW-Wärme­wende­atlas

über die Filterfunktionen im KWW-Wärmewendeatlas finden Sie Praxisbeispiele für Großwärmepumpen.

Groß­wärme­pumpen-Info­portal

Informieren Sie sich zu Wärmepumpenherstellern und Modellen im Infoportal der Landesenergieagentur (LEA) Hessen