Warum Wärmeplanung?
Deutschland möchte bis 2045 klimaneutral werden.
Außerdem soll unsere Wärmeversorgung sicher und
unabhängig sein.
Damit wir das schaffen, brauchen wir eine Wärmewende.
Ein wichtiges Werkzeug dafür ist die
Kommunale Wärmeplanung, abgekürzt KWP.
Warum Wärmewende?
Bisher ging es bei der Energiewende vor allem um Strom.
Aber Wärme ist genauso wichtig.
Die Wärme macht mehr als die Hälfte des
Energieverbrauchs in Deutschland aus.
Dazu gehören:
- Heizung für Wohnungen
- Warmes Wasser
- Wärme für Fabriken
- Kühlung von Gebäuden
In den meisten alten Wohnungen verbrauchen
die Heizungen noch Öl und Gas.
Dabei entsteht viel CO2.
Das ist schlecht für das Klima.
Die letzten Jahre haben außerdem gezeigt:
- Deutschland ist abhängig von Öl und Gas aus dem Ausland.
- Diese Abhängigkeit macht uns unsicher.
- Die Preise für Energie können plötzlich sehr stark steigen.
Wenn wir Wärme aus erneuerbaren Quellen vor Ort herstellen,
sind wir unabhängiger.
Auch die Preise sind stabiler.
Am Anfang ist erneuerbare Wärme noch teurer als Öl und Gas.
Aber sie schützt uns vor plötzlich hohen Preisen wie im Jahr 2022.
Das gibt mehr Sicherheit für Menschen und für Firmen.
Warum steht die Wärmewende noch am Anfang?
Die Umstellung der Wärmeversorgung ist schwierig.
Wärme kann man nicht über weite Strecken transportieren.
Sie muss direkt vor Ort erzeugt werden.
Jede Kommune ist anders.
Deshalb gibt es überall andere Antworten auf die wichtigen Fragen:
- Welche erneuerbaren Wärmequellen gibt es vor Ort?
- Welche Energienetze gibt es schon?
- Welche Gebäude sind da? Mit welcher Heizung?
- Welche Firmen sind da?
Darum braucht es für jeden Ort eigene Lösungen.
Die Wärmeversorgung wird regional nach Jahreszeit geplant.
Die Kommunen spielen dabei eine wichtige Rolle.
Mit der Kommunalen Wärmeplanung (KWP) haben sie das passende Werkzeug.
Damit können sie den Prozess starten.
Interessant: So läuft die Kommunale Wärmeplanung ab.
Welche Gesetze gibt es?
In Deutschland gibt es für die KWP
zwei wichtige Gesetze.
Das Gebäude-Energie-Gesetz (GEG) betrifft
vor allem die Heizungen.
Neue Heizungen müssen Schritt für Schritt
mehr erneuerbare Energie nutzen.
Haus-Eigentümerinnen und Haus-Eigentümer
müssen das aber nicht allein lösen.
Denn es geht nicht nur um einzelne Häuser.
Es geht um gute Lösungen für ganze Kommunen.
Darum gibt es das Wärme-Planungs-Gesetz (WPG).
Es verpflichtet die Kommunen, für ihr Gebiet
einen Plan zu machen, woher die Wärme zukünftig kommt.
So entstehen langfristige und sichere
Lösungen für die Wärmeversorgung.
Das Wärme-Planungs-Gesetz (WPG)
Das Wärme-Planungs-Gesetz (WPG) gilt seit dem 01.01.2024.
Es verpflichtet die Gemeinden, eine Kommunale Wärmeplanung (KWP) zu machen.
Fristen für die Gemeinden
- Gemeinden mit mehr als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern: bis zum 30.06.2026.
- Gemeinden mit höchstens 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern: bis zum 30.06.2028.
Inhalte der KWP
Die KWP enthält mehrere Schritte:
- Start und Vorbereitung
- Lage beschreiben: Wie heizen wir heute?
- Ziel: Wo wollen wir hin?
- Plan für die Umsetzung
- Prüfen und Anpassen
Weitere Regeln
- Die Bundesländer übertragen das WPG in ihr eigenes Landesrecht.
- Die Länder benennen eine Stelle, die für die Planung verantwortlich ist.
- Gemeinden können auch gemeinsam eine KWP erstellen.
- Das nennt man Konvoi-Lösung.
Was leisten die KWP und der Wärmeplan?
Die KWP macht die Wärmewende einfacher.
Sie stellt nur wenige, aber zentrale Fragen:
- Wo lohnt sich ein Wärmenetz?
- Wo sind einzelne Wärmepumpen die bessere Lösung?
- Welche erneuerbaren Energiequellen gibt es in der Region?
- Wie viel Energie können wir einsparen?
Die Antworten fließen in den Wärmeplan.
Der Wärmeplan zeigt mögliche Lösungen für Kommunen auf.
Aber: Er legt nicht jedes Haus und jede Straße im Detail fest.
Der Wärmeplan ist ein Startpunkt für weitere Planungen.
Zentrale und dezentrale Versorgung
Es gibt zwei Wege für die Wärmeversorgung: zentral und dezentral.
- Zentrale Versorgung:
Hier werden Wärmenetze genutzt.
Diese Netze können erneuerbare Energie nutzen. Zum Beispiel:
- Sonnenwärme (Solarthermie)
- Erdwärme (Geothermie)
- Abwärme aus Fabriken
Wärmespeicher können zusätzlich Wärme aus dem
Sommer für den Winter speichern. - Dezentrale Versorgung:
Hier gibt es vor allem eine Lösung: Wärmepumpen.
Sie erzeugen Wärme aus Strom und Umweltenergie.
Andere Lösungen wie Holz, Biogas oder Wasserstoff
spielen nur eine kleine Rolle.
Beide Wege sind wichtig.
Die dezentrale Versorgung braucht viel Strom.
Deshalb müssen die Wärmenetze
und die Stromnetze ausgebaut werden.
Zeitdruck für Wärmenetze
Neue Wärmenetze müssen bald geplant
und gebaut werden.
Denn: Ab 2029 gelten strengere Regeln aus
dem Gebäude-Energie-Gesetz (GEG).
Wenn es bis dahin kein Wärmenetz in einer
Gemeinde gibt, werden viele Haus-Eigentümerinnen
und Haus-Eigentümer eigene Wärmepumpen einbauen.
Das macht Wärmenetze weniger wirtschaftlich.
Darum sollten Kommunen schon jetzt aktiv werden.
Sie können mit bestehenden Netzbetreibern sprechen.
Oder neue Netzbetreiber suchen – zum Beispiel durch
ein Stadtwerk oder eine Genossenschaft.
Unabhängigkeit, Stabilität und Wohlstand
Die Wärmewende hat viele Vorteile.
Sie hilft, die gesetzlichen Klima-Ziele zu erreichen.
Sie sorgt für mehr Stabilität bei der Wärmeversorgung.
Sie macht uns unabhängiger von Öl und Gas aus dem Ausland.
Das gibt Planungssicherheit.
Planungssicherheit bedeutet: Man kann langfristig verlässlich planen.
Davon profitieren auch Unternehmen.
Denn stabile und sichere Energie ist ein wichtiger Grund, damit Firmen sich an einem Ort ansiedeln.
So trägt die Wärmewende zum Wohlstand vor Ort bei.
Dazu kommt: Die Wärme wird direkt in der Region erzeugt.
Das stärkt die lokale Wirtschaft.
Die Kommunale Wärmeplanung (KWP) macht die Wärmewende
einfacher. Sie bietet Orientierung und hilft bei der Umsetzung.
Glossar
Abwärme: Wärme, die bei der Arbeit in Betrieben entsteht. Diese Wärme kann man nutzen.
CO₂: Abkürzung für Kohlendioxid. Es entsteht beim Verbrennen zum Beispiel von Öl, Gas oder Kohle und schadet dem Klima.
Dezentrale Versorgung: Jedes Gebäude hat seine eigene Wärme-Lösung, zum Beispiel eine Wärmepumpe.
Energienetz: Ein Energienetz ist ein großes System aus vielen Leitungen und Geräten.
Durch dieses Netz fließen Strom, Wärme oder Gas zu Häusern, Firmen und Schulen.
Das Energienetz sorgt dafür, dass wir Wärme und Strom haben.
Energiewende: Deutschland stellt seine Energie-Versorgung auf Erneuerbare Energien um. Dazu gehören zum Beispiel Strom oder Wärme aus Wind, Sonne, Wasser, Biomasse und Erdwärme.
Erneuerbare Energien: Energie aus Naturquellen wie Sonne, Wind, Wasser, Holz oder Erdwärme.
Fortschreibung: Der Plan wird regelmäßig überarbeitet und angepasst.
Gebäude-Energie-Gesetz (GEG): Deutsches Gesetz mit Regeln für Heizungen in Gebäuden. Neue Heizungen müssen mehr erneuerbare Energie nutzen.
Genossenschaft: Zusammenschluss von vielen Menschen oder Firmen, die gemeinsam etwas betreiben.
Geothermie: Wärme, die aus dem Erdinneren kommt.
Klimaneutral: Es entsteht kein zusätzliches CO₂. Oder das CO₂ wird an anderer Stelle wieder eingespart.
Kommunale Wärmeplanung (KWP): Städte und Gemeinden machen einen Plan, wie sie in Zukunft die Wärme-Versorgung organisieren.
Kommune: Eine Stadt oder Gemeinde.
Konvoi-Lösung: Mehrere Gemeinden machen gemeinsam eine Wärmeplanung.
Planungssicherheit: Möglichkeit, langfristig verlässlich planen zu können, ohne plötzliche Preis- oder Versorgungsprobleme.
Solarthermie: Technik, die Wärme aus der Sonne gewinnt.
Stadtwerk: Ein Unternehmen, das oft der Kommune gehört. Es liefert Strom, Wärme oder Wasser.
Treibhausgase: Gase wie CO₂, die die Erde erwärmen.
Wärmeplan: Ergebnis der KWP. Gibt eine Richtung für die Wärmewende vor.
Wärme-Planungs-Gesetz (WPG): Deutsches Gesetz. Es verpflichtet die Kommunen, eine Wärmeplanung zu erstellen.
Wärmespeicher: Anlagen, die Wärme für später speichern, zum Beispiel für den Winter.
Wärmepumpe: Gerät, das Wärme aus Strom und Umweltenergie gewinnt.
Wärmeversorgung: Bereitstellung von Wärme, zum Beispiel für Heizung oder Warmwasser.
Wärmewende: Veränderung, damit Wärme nicht mehr aus Öl und Gas kommt, sondern aus erneuerbaren Quellen.
Zentrale Versorgung: Wärme wird über ein Netz verteilt.