Kommunale Wärmeplanung mit passenden Formaten kommunizieren
Wie kommuniziert die Kommune erfolgreich mit der Öffentlichkeit über die Kommunale Wärmeplanung (KWP)? Für eine gelungene Kommunikation kommt es unter anderem auf die eingesetzten Kommunikationsformate an. Hier finden Sie das nötige Handwerkszeug, um in Ihrer eigenen Kommune mit der Öffentlichkeits- und Akzeptanzkommunikation durchzustarten.

Auf dieser Seite erhalten Sie
- einen Überblick über geeignete Kommunikations- und Veranstaltungsformate und gesetzliche Mindestanforderungen,
- Details zu den einzelnen Formaten inklusive Hilfestellungen und Praxisbeispiele,
- Informationen zur Planung Ihrer Kommunikationsstrategie, unter anderem anhand eines beispielhaften Kommunikationsplanes,
- sowie zu den Leitideen, an denen sich Ihre Kommunikation mit der Öffentlichkeit orientieren sollte.
Kommunikations- und Veranstaltungsformate in der Öffentlichkeitskommunikation
Die Öffentlichkeit muss laut Paragraf 7 des Gesetzes für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze (Wärmeplanungsgesetz/WPG) im Rahmen der KWP beteiligt werden. In diesem Abschnitt erfahren Sie, welche gesetzlichen Mindestanforderungen dabei zu beachten sind und warum es sich lohnt, darüber hinauszugehen. Anschließend erhalten Sie einen Überblick über mögliche Formate, die sich für die Öffentlichkeitskommunikation eignen.
Wozu verpflichtet das WPG und was erfordert die Praxis?
Laut Paragraf 13 des WPG muss die planungsverantwortliche Stelle die betroffene Öffentlichkeit über den Beschluss oder die Entscheidung über die Durchführung der KWP informieren und die jeweiligen Ergebnisse der Eignungsprüfung, der Bestandsanalyse (gemäß Anlage 2) und der Potenzialanalyse im Internet unverzüglich veröffentlichen.
Allerdings empfiehlt es sich, über diese gesetzlichen Anforderungen hinaus kontinuierlich mit der Öffentlichkeit über die KWP zu kommunizieren. Denn „[w]as nicht verstanden wird, kann weder zur Partizipation einladen noch akzeptiert werden.“ (Focken et al. 2022: S. 39) 58 Prozent der deutschen Bevölkerung wissen zwar einer repräsentativen Befragung zufolge, dass sie direkt von der KWP betroffen sind (vgl. Steinbeis/IKOME und IMK 2025: S. 13), doch geben genauso viele an, nicht über die konkreten Maßnahmen in ihrer eigenen Kommune informiert zu sein (vgl. Steinbeis/IKOME und IMK 2025: S. 12). Neben persönlichen und gesellschaftlichen Kosten bergen besonders mangelnde Transparenz (und Beteiligung) Konfliktpotenziale für die Öffentlichkeit (vgl. Steinbeis/IKOME und IMK: S. 16).
Die Nutzung verschiedener Kommmunikationskanäle und -formate kann dabei helfen, die breite Informationsnachfrage (vgl. Steinbeis/IKOME und IMK: S. 18) zu stemmen und alle Zielgruppen zu erreichen. Mehr zur Informationsnachfrage erfahren Sie über unsere Kommunikationshilfe zum den Informationsbedarfen in der Kommunalen Wärmeplanung.
Insbesondere die sozialen Medien gewinnen unter jüngeren Zielgruppen zunehmend an Bedeutung, wenn es um Informationen zum politischen Geschehen geht (vgl. Schüler, Niehues und Diermeier 2021: S. 3) und können dabei helfen falschen Informationen und Verschwörungstheorien rund um die Wärmewende vorzubeugen (sogenanntes „prebunking“, vgl. hierzu Heyen und Schmitt 2024: S. 16) bzw. entkräften.
Die folgende Tabelle zeigt eine Auswahl möglicher Kommunikationsformate. In den anschließenden Klappentexten erfahren Sie mehr über gestalterische, inhaltliche und organisatorische Aspekte der einzelnen Formate.
Format | Zeitpunkt der Kommunikation | Zielgruppe |
| Projekt-Website/Themenseite auf Homepage der Gemeinde |
| alle |
Informationsveranstaltung | Umsetzungsstrategie & Maßnahmen | Hauseigentümerinnen und -eigentümer, Mietende, Bürgerinnen und Bürger, Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft, Unternehmen, Verbände |
Informationsstand in Ortsteilen | Umsetzungsstrategie & Maßnahmen | Öffentlichkeit vor Ort: Hauseigentümerinnen und -eigentümer, Mietende, Bürgerinnen und Bürger, Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft |
E-Mail-Postfach | Vorbereitung Eignungsprüfung Bestands- & Potenzialanalyse Zielszenario Umsetzungsstrategie & Maßnahmen | alle |
Pressemitteilung | Vorbereitung Bestands- & Potenzialanalyse Umsetzungsstrategie & Maßnahmen | Hauseigentümerinnen und -eigentümer, Mietende, Bürgerinnen und Bürger, Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft, Unternehmen, Verbände |
Lokalzeitung, Gemeindeblatt | Vorbereitung Bestands- & Potenzialanalyse Umsetzungsstrategie & Maßnahmen | Hauseigentümerinnen und -eigentümer, Mietende, Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft, Bürgerinnen und Bürger, insbesondere über-50- und über-60-Jährige (vgl. Schüler, Niehues und Diermeier 2021: S. 7) |
Soziale Medien | Vorbereitung Bestands- & Potenzialanalyse Umsetzungsstrategie & Maßnahmen | alle |
Ortsbegehung | Umsetzungsstrategie & Maßnahmen | Bürgerinnen und Bürger, Hauseigentümerinnen und -eigentümer, Mietende, Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft, Politikerinnen und Politiker |
(Online-)Ergebnisvortrag | Bestands- & Potenzialanalyse Umsetzungsstrategie & Maßnahmen | Politikerinnen und Politiker, Kommunalverwaltung, Fachakteurinnen und -akteure, Hauseigentümerinnen und -eigentümer, Mietende, Bürgerinnen und Bürger, Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft, Unternehmen, Verbände |
Details zu den Kommunikations- und Veranstaltungsformaten
Nachfolgend finden Sie Details zu Kommunikationsformaten in der Öffentlichkeitsarbeit sowie Beispiele aus der Praxis. Beschreibung, Inhalt und Hilfestellungen finden Sie auch im KWW-Leitfaden: Akteursbeteiligung in der Kommunalen Wärmeplanung genauso wie weitere Kommunikationsformate für andere Akteursgruppen (vgl. dena 2024: S. 68 - 79). Laut der KWW-Kommunenbefragung 2024 machen Kommunen insbesondere mit Präsenzveranstaltungen wie Bürgerforen, Infoabenden und Dialogformaten positive Erfahrungen. Auch die Bereitstellung von Informationen über die eigene Website und Social Media wird aufgrund eigener Erfahrungswerte weiterempfohlen.
„Eine Projektwebseite dient als zentrale Informationsplattform, die Bürgerinnen und Bürger, Expertinnen und Experten sowie weitere Akteure mit allen wichtigen Informationen rund um die Kommunale Wärmeplanung versorgt. So können Informationen zum Projektverlauf, den Zielen, den Maßnahmen und den Beteiligungsmöglichkeiten bereitgestellt werden. Der Internetauftritt sollte direkt zu Beginn der Wärmeplanung gestartet und prozessbegleitend weiter betreut und gepflegt werden. Die Abteilung zur Öffentlichkeitsarbeit sollte bei der Erstellung und Gestaltung einbezogen werden. Der Internetauftritt sollte mit anderen Kommunikationsmaßnahmen verzahnt werden. Wesentlicher Vorteil des Internetauftritts ist es, dass Informationen schnell und mit geringem finanziellem Aufwand zur Verfügung gestellt und jederzeit abgerufen werden können.“ (dena 2024: S. 75)
Inhalt
- allgemeine Informationen zu Wärmewende, Bedeutung und Chancen der Wärmeplanung für Kommune
- Projektablauf, Informationen über verantwortliche Stellen (Verwaltung und Dienstleister), Updates zum Projektstatus
- Sammlung und Beantwortung von Fragen aus der Öffentlichkeit
- Veröffentlichung von (Zwischen-)Ergebnissen und Entwurf der KWP
- Informationsmaterialien, Karten, Datenvisualisierungen, interaktive Grafiken (zum Beispiel Untersuchungsrahmen, Zielszenario)
- Ankündigung von Veranstaltungen
- Kontaktinformationen, Zuständigkeiten
Relevanz für Akzeptanz
Die Projekt-Website stellt Informationen zentral, aktuell und für alle leicht auffindbar dar. Damit steigert sie die Transparenz der KWP. Durch Kontaktinformationen wird zudem Austausch zwischen der Kommune/ planungsverantwortlichen Stelle und der Öffentlichkeit ermöglicht. Darüber hinaus bietet ein FAQ-Bereich die Möglichkeit, direkt auf Feedback und Nachfragen aus der Öffentlichkeit einzugehen. So kann sichergestellt werden, dass persönlich relevante Informationen an die Öffentlichkeit weitergegeben werden.
Hilfestellungen & Praxisbeispiele
- Stellen Sie sicher, dass die Webseite sowohl auf dem Desktop als auch am Handy fehlerfrei benutzt werden kann.
- Die Sprache, die Sie zur Erklärung der KWP benutzen, sollte einfach und verständlich, also bürgernah sein.
- Erhöhen Sie die Sichtbarkeit Ihrer Seite durch eine entsprechende Bewerbung in den (lokalen) Medien.
- Nutzen Sie auch entsprechende Netzwerke sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren.
Hier finden Sie einige Praxisbeispiele für gelungene Projekt-Websites bzw. Themenseiten:
„Informationsveranstaltungen dienen dazu, Ergebnisse der Öffentlichkeit zu vermitteln. Bei der Wärmeplanung empfiehlt es sich, eine Informationsveranstaltung vor Ort im Zusammenhang mit der öffentlichen Auslegung des Entwurfs der KWP zu organisieren, um der Öffentlichkeit die Ergebnisse der Analysen, die Strategie sowie den Maßnahmenentwurf zur KWP zu erläutern. Der Schwerpunkt ist Information und keine aktive Beteiligung. Die Inhalte können in Fachvorträgen im Plenum vorgestellt werden mit Möglichkeiten zu Rückfragen. Die Veranstaltung bietet somit eine Plattform für den Austausch zwischen der Kommune und den Bürgerinnen und Bürgern – Bedenken können möglichst aus dem Weg geräumt, Fragen beantwortet und Rückmeldungen aufgenommen werden. Je nach Ressourcen bieten sich auch Themeninseln an, an denen sich die Teilnehmenden zu spezifischen Themen informieren können. Hierbei ist sicherzustellen, dass qualifizierte Ansprechpersonen die Inseln vertreten. Es ist ratsam, Mitglieder der Steuerungs- und Facharbeitsgruppe einzubeziehen.“ (dena 2024: S. 73)
Inhalt
- Erklärung der Ziele und des Nutzens der KWP
- Vorstellung von (Zwischen-)Ergebnissen (zum Beispiel der Bestands- und Potenzialanalyse)
- Darstellung/Erläuterung weiterer Schritte der KWP
Relevanz für Akzeptanz
Informationsveranstaltungen helfen dabei, Informationsdefizite in der Öffentlichkeit zu verkleinern und erhöhen die Transparenz. Glaubwürdige Vortragende mit Expertise tragen zudem dazu bei, Falschinformationen vorzubeugen oder aber diese zu entkräften. Durch Rückfragen und Feedbackmöglichkeiten wird die Öffentlichkeit selbst wirksam und kann ihre eigenen Bedenken direkt mit den Verantwortlichen adressieren. Kontinuierliche Transparenz und Information beugen der Überforderung der Öffentlichkeit und dem Gefühl vor, mit der Wärmewende/KWP vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden.
Hilfestellungen & Praxisbeispiele
Im KWW-Leitfaden zur Akteursbeteiligung (dena 2024) finden Sie neben dem Veranstaltungssteckbrief auch Vorlagen für Einladungsschreiben und eine Checkliste mit entsprechenden Informationen zur Planung.
Einige ausgewählte Praxisbeispiele für Informationsveranstaltungen zur KWP finden Sie hier:
„Ein Informationsstand ist ein aus Tischen und Schautafeln zusammengesetzter Stand, um Bürgerinnen und Bürgern Wissen zu vermitteln. Der Schwerpunkt ist Information und keine aktive Beteiligung. Der Stand ist mobil und kann flexibel in Ortsteilen oder Quartieren einer Kommune aufgestellt werden. Im Kontext der Wärmeplanung kann ein Infostand mit der Veröffentlichung des Entwurfs sinnvoll sein, um Bürgerinnen und Bürger über das Vorhaben und die Ergebnisse zu informieren. Der Schwerpunkt kann hierbei auf geplanten Maßnahmen liegen, die den Ortsteil und somit die Anwohnerschaft unmittelbar betreffen. Durch Aufzeigen vom Zielszenario und Eignungsgebieten sowie Auslegung des Entwurfs wird Transparenz geschaffen und die Akzeptanz für die Umsetzung unterstützt. Auch können verständliche Informationsmaterialien rund um die Wärmeplanung verteilt werden. Ist bereits eine EE-Gemeinschaft in Planung, können hier Mitglieder geworben werden. Diese Stände bieten gut sichtbar platziert und an einem frequentierten Ort eine niedrigschwellige Möglichkeit, Bürgerinnen und Bürger zu erreichen, ihre Fragen zu beantworten und ihre Rückmeldungen aufzunehmen. Eine qualifizierte Ansprechperson sollte den Stand vertreten, auch können Energieversorgungsunternehmen oder Energieberatende beratend zur Verfügung stehen.“ (dena 2024: S: 74)
Inhalt
- Vorstellung der Ergebnisse von Bestands- und Potenzialanalyse
- Erläuterung des Zielszenarios
- Vorstellung der Strategie sowie geplanter Maßnahmen im Ort(-steil)
Relevanz für Akzeptanz
Ein Informationsstand schafft Transparenz und sorgt für einen direkten Austausch zwischen Öffentlichkeit und Kommune. Bürgerinnen und Bürger können hier ihre eigenen individuellen Bedenken und Sorgen ansprechen. Die Kommune kann Informationen auf einer persönlicheren Ebene an die Öffentlichkeit weitergeben. Der gemeinsame Austausch fördert das Verhältnis zwischen Öffentlichkeit und Kommune sowie zwischen verschiedenen öffentlichen Akteurinnen und Akteuren untereinander.
Hilfestellungen
- Bewerben Sie Ihren Informationsstand für eine erhöhte Sichtbarkeit über lokale und soziale Medien sowie über relevante Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in Ihrem Ort.
- Erhöhen Sie die Attraktivität Ihres Standes mit Giveaways, visuellen Hilfsmitteln wie Postern und einem ansprechenden Stand-Design.
- Um noch mehr Menschen zu erreichen, können Sie den Stand mit anderen lokalen Attraktivitäten wie dem Wochenmarkt verbinden.
„Ein speziell eingerichtetes E-Mail-Postfach dient als zentrale Anlaufstelle für Fragen, Rückmeldungen und Anregungen zur KWP. Es ermöglicht Bürgerinnen und Bürgern sowie beteiligten Akteuren, niedrigschwellig und jederzeit unkompliziert Kontakt mit dem Projektteam aufzunehmen. Eine zentrale Kommunikation vereinfacht die Organisation und Nachverfolgung von Anfragen. Wichtig ist, eine zeitnahe Rückmeldung sowie Dokumentation der eingehenden Nachrichten sicherzustellen.“ (dena 2024: S. 76)
Inhalt
- Bekanntgabe der E-Mail-Adresse
- Einladung an Öffentlichkeit sowie andere relevante Akteurinnen und Akteure, sich an diese zu wenden
Relevanz für Akzeptanz
Ein E-Mail-Postfach erlaubt den direkten und andauernden Austausch mit allen relevanten Akteurinnen und Akteuren, auch mit der Öffentlichkeit. Dort kann die Kommune Fragen und Feedback aus der Öffentlichkeit sammeln. Diese bieten dann Orientierung für die Gestaltung der weiteren Kommunikationsangebote. Dies stellt die anhaltende Relevanz der Informationen, welche die Kommune bereitstellt, sicher. Die direkte Beantwortung von Fragen durch die Verantwortlichen sorgt darüber hinaus für eine persönlichere Ansprache und ein erhöhtes Gefühl der Beteiligung.
Hilfestellungen
- Prüfen Sie das Postfach regelmäßig und mehrmals unter der Woche.
- Nutzen Sie automatische Antworten bei Nachrichteneingang, um die Absender über den Eingang und die zügige Beantwortung ihrer Nachrichten zu informieren.
- Minimieren Sie den Arbeitsaufwand, indem Sie wiederkehrende Fragen identifizieren und entsprechende Musterantworten entwickeln.
- Nutzen Sie die Fragen, die Ihnen gestellt werden, um Ihre anderen Kommunikationsangebote auf die Informationsnachfrage einzustellen.
„Im Rahmen der Wärmeplanung werden Pressemitteilungen eingesetzt, um die Öffentlichkeit zu Beginn über den Beschluss bzw. Durchführung einer Wärmeplanung zu informieren. Im weiteren Prozess können wichtige Meilensteine, (Zwischen-)Ergebnisse und Veranstaltungen kommuniziert werden. Ein professionell aufbereiteter, kurzer und verständlicher Text mit interessantem Inhalt und Bildern/Grafiken ist entscheidend, um das Interesse der Medien zu wecken. Bei einer guten inhaltlichen Aufbereitung und medialem Interesse kann mit einem geringen zeitlichen Aufwand eine große Breitenwirksamkeit erreicht werden. Das regelmäßige Versenden von Pressemitteilungen ist wichtig, um die Wärmeplanung in den Medien präsent zu halten und auf die kontinuierliche Arbeit hinzuweisen.“ (dena 2024: S. 77)
Inhalt
- Bekanntgabe über Start sowie Ziel und Chancen der KWP
- Erläuterung von Vorhaben und Zeitplan der KWP
- Veröffentlichung wichtiger Ergebnisse und Meilensteine (zum Beispiel der Ergebnisse der Eignungsprüfung, Bestands- und Potenzialanalyse)
- Hinweis auf Beteiligungsmöglichkeiten für Bürgerinnen und Bürger
Relevanz für Akzeptanz
Kontinuierliche Informationen über den Entschluss zur, den Start, den Verlauf sowie das Ziel und die Chancen der Wärmeplanung bilden die Grundlage für gesellschaftliche Akzeptanz. Pressemitteilungen tragen zur Transparenz und zum öffentlichen Verständnis der Sinnhaftigkeit der Wärmeplanung bei. Durch den Hinweis auf bestehende Beteiligungschancen für Bürgerinnen und Bürger steigern sie zudem deren Selbstwirksamkeit im Rahmen der Kommunalen Wärmewende.
Hilfestellungen & Praxisbeispiele
- Verfassen Sie den Text der Pressemitteilung in einfacher, bürgernaher Sprache, damit er für alle verständlich ist.
- Setzen Sie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie Verteillisten ein, um die Reichweite ihrer Mitteilung zu steigern.
- Stimmen Sie sich mit anderen relevanten Akteurinnen und Akteuren (etwa Ihrem Stadtwerk) ab, um redundante Kommunikation und Widersprüchlichkeiten zu vermeiden.
- Interviews und Platzierungen in anderen Medien können Ihnen außerdem helfen, Ihre Reichweite noch weiter zu erhöhen.
Einige Beispiele für Pressemitteilungen im Kontext der Kommunalen Wärmeplanung finden Sie nachfolgend:
- Halle (Saale)
- Stendal
- Stassfurt
- Calbe
- Verbandsgemeinde Bad Marienberg
- Samtgemeinde Flotwedel (Konvoi der Kommunen im Landkreis Celle)
„Lokalzeitung und Gemeindeblätter (teilweise auch weitere Medien wie Anzeigenblätter, lokale Radiosendungen, Podcasts) dienen der Veröffentlichung amtlicher Bekanntmachungen und Mitteilungen für die Bürgerinnen und Bürger über stadtrelevante Themen und Angelegenheiten. Ein Beitrag im Gemeindeblatt oder in der lokalen Zeitung kann die Bedeutung und Ziele der Wärmeplanung vorstellen und über (Zwischen-)Ergebnisse und erreichte Meilensteine berichten. Auch können Bürgerinnen und Bürger zu geplanten Veranstaltungen eingeladen werden.“ (dena 2024: S. 78)
Inhalt
- Verkündigung Beschluss zur Wärmeplanung
- Erklärung von Ziel und Chancen der KWP
- Erläuterung von Zeitplan und Vorhaben
- Veröffentlichung zentraler Ergebnisse (u. a. der Eignungsprüfung, Bestands- und Potenzialanalyse)
- Hervorhebung des Mehrwerts der KWP
- Vermittlung von Informationen zu Energietechnologien
- Bewerbung von u. a. Informationsveranstaltungen
Relevanz für Akzeptanz
Klassischer Journalismus genießt ein relativ hohes gesellschaftliches Vertrauen (vgl. BLM, JGU und Rheingold Institut 2025: S. 36; Schüler, Niehues und Diermeier 2021: S. 3). Durch die Vermittlung glaubwürdiger Informationen steigert ihre Nutzung die Transparenz und Glaubwürdigkeit der KWP. Die Platzierung der Informationen in lokalen Informationsmedien verankert diese zudem in der jeweiligen persönlichen Lebenswelt der Betroffenen. Das kann dazu beitragen, dass diese die Informationen für vertrauenswürdiger und relevanter halten.
Zielgruppen
Insbesondere die über-50- und über-60-Jährigen nutzen Lokalzeitungen, lokalen Rundfunk und überregionale Zeitungen sehr häufig, um sich über das politische Geschehen zu informieren (vgl. Schüler, Niehuer und Diermeier 2021: S. 7). Über lokale Medien wie Lokalzeitungen erreichen Sie also tendenziell die älteren Altersgruppen ab 50 Jahren. Passen Sie Ihre Kommunikation auf diese Zielgruppe an.
Wie relevant diese Medien für Ihre Kommune genau sind, hängt von zahlreichen weiteren Faktoren ab. Eine pauschale Einschätzung ist deswegen nicht möglich und die Beschäftigung mit den konkreten Gegebenheiten vor Ort (Demografie, Mediennutzungsverhalten) ist ratsam.
Hilfestellungen & Praxisbeispiele
- Formulieren Sie den Text in möglichst zugänglicher Sprache und vermeiden Sie ausufernde Fachterminologie.
- Verwenden Sie Bilder und Grafiken, um die Anschaulichkeit der Informationen und damit ihre Zugänglichkeit zu erhöhen.
- Bringen Sie Zitate von vertrauenswürdigen und offiziellen Quellen wie etwa der (Ober-)Bürgermeisterin oder dem (Ober-)Bürgermeister mit ein.
- Geben Sie Medienvertretenden Interviews, um sich und Ihre Informationen besser in der Öffentlichkeit zu platzieren.
Einige Beispiele für Beiträge in lokalen Medien im Rahmen der Kommunalen Wärmeplanung finden Sie nachfolgend:
- Stadt Leipzig: „Kommunale Wärmeplanung: Einladung zum öffentlichen Forum“ (Leipziger Zeitung)
- Stadt Leipzig: „Erste Vorlage zur Leipziger Wärmewende“ (Leipziger Zeitung)
- Rhein-Hunsrück-Kreis: Podcast
- „Wie Plauen künftig heizen soll“ (Folie 9) (Freie Presse Plauen)
„Im Rahmen der Kommunalen Wärmeplanung können in sozialen Netzwerken (z. B. Facebook, Instagram, Linkedin) aktuelle Entwicklungen, Informationen und Wissen schnell verbreitet werden. Es empfiehlt sich, wichtige Meilensteine und Ergebnisse zu kommunizieren. Auch besteht die Möglichkeit, mit Bürgerinnen und Bürgern in direkten Austausch zu treten. Wenn die Kommune bereits soziale Medien nutzt, bietet es sich an, diese als zusätzlichen Informationskanal zu nutzen, um über die Wärmeplanung zu informieren. So können spezifische Zielgruppen erreicht werden.“ (dena 2024: S. 79)
Inhalt
- Vermittlung von Informationen zu Nutzen und Chancen der KWP
- Darstellung der Projektziele und des Zeitplans
- Darstellung von Eignungsgebieten, Potenzialen, Maßnahmen und Zielen
- Bewerbung von Veranstaltungen
Relevanz für Akzeptanz
Soziale Medien erhöhen die Transparenz, indem sie kontinuierliche und aktuelle Bereitstellung von Informationen ermöglichen. Außerdem ermöglichen die Plattformen einen direkten Austausch zwischen Kommune und öffentlichen Akteurinnen und Akteuren, etwa aus der Bürgerschaft. Hier erhalten Sie wertvolles Feedback zur Wärmeplanung, das Sie in Ihrer weiteren Planung berücksichtigen sollten.
In den sozialen Medien herrscht jedoch auch ein höheres Risiko für Desinformation. Insbesondere in Netzwerken, die keine Filterung der geteilten Informationen vornehmen, droht ein höheres Potenzial für die Verbreitung von Verschwörungstheorien (vgl. Schüler, Niehues und Diermeier 2021: S. 14). Die Kommunikationsstrategie muss dem durch Fact-Checking, Klarstellungen und Kommentarmanagement gegenwirken.
Zielgruppen
Laut der ARD/ZDF-Medienstudie 2024 nimmt die Bedeutung sozialer Medien weiterhin zu.
„60 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren nutzen mindestens einmal wöchentlich Social-Media-Angebote. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Zuwachs um 8 Prozentpunkte. Getragen wird diese Entwicklung vor allem durch die Gruppe der 50- bis 69-Jährigen, aber auch im mittleren Alterssegment der 30- bis 49-Jährigen gab es einen Anstieg der regelmäßigen Nutzung. Bei den unter 30-Jährigen scheint das Wachstumspotenzial auf hohem Niveau (92 % nutzen regelmäßig Social Media) ausgeschöpft.“ (Müller 2024)
Neben den klassischen Social-Media-Kanälen wie TikTok, Instagram und Facebook sind darüber hinaus auch die Möglichkeiten des Fediverse zu beachten. Das ist ein Verbund unabhängiger sozialer Netzwerke, die über ein gemeinsames Protokoll miteinander kommunizieren können. Diese sind offen für alle, Nutzerinnen und Nutzer brauchen nur einen einzigen Zugang. Alle, die dort kommunizieren, haben die Möglichkeit, die Kommunikationsregeln mitzugestalten oder selbst einen Teil des Netzes betreiben.
Gut zu wissen: Unter 30-Jährige nutzen Soziale Medien auch vorrangig, um sich über das politische Geschehen zu informieren. Auch wenn die Glaubwürdigkeit klassischer Medien grundsätzlich tendenziell höher eingeschätzt wird (Schüler, Niehues und Diermeier 2021: S. 10), korreliert die Glaubwürdigkeitseinschätzung durch die Befragten so stark mit der je eigenen Nutzungsintensität (Schüler, Niehues und Diermeier 2021: S. 11), dass sich bei vermehrter Nutzung von sozialen Medien durch die jüngeren Generationen ein Trend zu einer gesteigerten Glaubwürdigkeit dieser Plattformen erahnen lässt (Schüler, Niehues und Diermeier 2021: S. 12).
Die tatsächliche Relevanz in Ihrer Kommune hängt jedoch von vielen zusätzlichen Faktoren ab. Eine pauschale Antwort ist somit nicht möglich und eine intensive Beschäftigung mit den lokalen Gegebenheiten (Demografie, Mediennutzungsverhalten) ist ratsam.
Hilfestellungen & Praxisbeispiele
- Nutzen Sie die bestehenden Kanäle und die Reichweite Ihrer Kommune.
- Kennen und beachten Sie die spezifischen Nutzungs- und Verhaltensregeln der jeweiligen Plattform.
- Planen Sie Ihre Beiträge im Voraus und nutzen Sie entsprechende Funktionen der jeweiligen Plattform, um einen geordneten Auftritt zu gewährleisten.
- Moderieren Sie die Kommentarbereiche Ihrer Beiträge und Seite. Stellen Sie sicher, dass jede Desinformation aufgeklärt wird.
- Erhöhen Sie die Sichtbarkeit und Engagement-Rate Ihrer Beiträge durch die Nutzung ansprechender visueller Beiträge und relevanter Hashtags.
Einige Beispiele für Social-Media-Seiten finden Sie nachfolgend:
- Stadt Heusenstamm (Instagram)
- Stadt Heusenstamm (YouTube)
- Klimakommune Saerbeck (Instagram)
- Klimakommune Saerbeck (Facebook)
- Stadt Ostfildern (Instagram)
- Stadt Halle (Saale) (Instagram)
- Leipziger Stadtwerke (LinkedIn)
- Hans- und Universitätsstadt Rostock (Facebook)
- Jena – Lichtstadt (YouTube)
- Referat für Klima- und Umweltschutz München (Instagram)
- Referat für Klima- und Umweltschutz München (Facebook)
- Saarlouis (Facebook)
- Saarlouis (Instagram)
„Eine Ortsbegehung im Rahmen der Kommunalen Wärmeplanung eignet sich zur Entwicklung bzw. Verifizierung von Maßnahmen, da sie es ermöglicht, die örtlichen Gegebenheiten direkt vor Ort zu betrachten und in der Planung zu berücksichtigen. Im Mittelpunkt steht der Austausch mit lokalen Akteuren wie Ortsbeiräten und interessierten Bürgerinnen und Bürgern sowie weiteren Expertinnen und Experten wie Energieberatenden. Anlässe sind bspw. die Flächenbereitstellung für erneuerbare Wärmeerzeugung oder Planungen für Wärmenetze. Durch die Besichtigung des Gebiets können geplante Maßnahmen und spezifische Gegebenheiten den Betroffenen anschaulich vermittelt werden, was oft zu einem besseren Verständnis der Problematik und Gestaltungsmöglichkeiten führt. Bei Ortsbegehungen können Bedenken und Hemmnisse angesprochen werden. Zugleich können auch Ideen und Vorschläge gesammelt und diskutiert werden. Zudem stärkt das direkte Gespräch die Transparenz des Vorhabens und das Vertrauen zwischen den Akteuren und es können neue Projekte wie bspw. eine Energie-Gemeinschaft angestoßen/initiiert werden.“ (dena 2024: S. 72)
Inhalt
- Erläuterung von Zielen und Nutzen der KWP
- Vorstellung der Ergebnisse von Bestands- und Potenzialanalyse
- Vorstellung des Zielszenarios
- Vorstellung geplanter Maßnahmen und Strategien
- Erklärung lokaler Gegebenheiten und Herausforderungen
Relevanz für Akzeptanz
Die Ortsbegehung steigert die Anschaulichkeit der Informationen zu Herausforderungen und Lösungsmöglichkeiten im Rahmen der Wärmeplanung. Dadurch trägt sie zu ihrer Verständlichkeit für die Öffentlichkeit bei. Außerdem ermöglicht sie einen direkten Austausch und Vernetzung mit sowie unter den Betroffenen. Diese können direkt vor Ort auf bestehende Schwierigkeiten eingehen. Expertinnen und Experten können derweil vor Ort Lösungswege skizzieren und die Umsetzbarkeit der Wärmewende darstellen.
Hilfestellungen
- Planen Sie die Route sorgfältig. Wählen Sie passende Orte und Inhalte aus.
- Laden Sie relevante Persönlichkeiten wie etwa Bürgermeisterinnen und Bürgermeister ein, um die Attraktivität der Veranstaltung zu erhöhen.
- Laden Sie Fachakteurinnen und -akteure etwa von Energieversorgern ein, um eine sachgerechte Erläuterung der Vorhaben und Umstände zu ermöglichen.
- Achten Sie jedoch darauf, eine nahbare Sprache zu verwenden, damit auch Laien von den Informationen profitieren und zu Verständnis gelangen können.
- Planen Sie ausreichend Zeit ein – auch für Fragen und Antworten.
„In einem Ergebnisvortrag werden zentrale Ergebnisse aus dem Prozess der KWP prägnant dargelegt. Dieser bietet sich an, um die Ergebnisse der Bestands- und Potenzialanalyse zentralen Akteuren der Verwaltung und Fachakteuren vorzustellen und Rückmeldung einzuholen. Ziel ist es, die relevanten Akteure über die Ergebnisse zu informieren und eine abgestimmte Einschätzung zur derzeitigen Bedarfssituation und den vorhandenen Potenzialen zu erhalten. So kann sichergestellt werden, dass die Daten korrekt bewertet, analysiert und in Zusammenhang gestellt sind. Der Schwerpunkt liegt auf Informationsvermittlung. Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, Rückmeldungen zu geben und Fragen zu stellen. Zudem bietet sich ein Ergebnisvortrag in politischen Ausschüssen an, um die Strategie und die entwickelten Maßnahmen der Politik vorzustellen und den politischen Beschluss abzusichern. Auch bei einer Informationsveranstaltung […] für die generelle Öffentlichkeit wird ein Vortrag zu den Ergebnissen der KWP benötigt.“ (dena 2024: S. 70)
Inhalt
- Darstellung des aktuellen Stands der KWP
- Darstellung des Staus quo der Wärmeversorgung und -bedarfe der Kommune
- Darstellung der Ergebnisse der Potenzialanalyse
- Darstellung der (Zwischen-)Ergebnisse zur Zielszenarioentwicklung, zu Umsetzungsstrategien und Maßnahmen
- Darstellung der räumlichen Planung und Untersuchungsgebiete
Relevanz für Akzeptanz
Ergebnisvorträge informieren die Öffentlichkeit, stellen Transparenz her und generieren Feedback. Die Darstellung und Diskussion der Ergebnisse einzelner Planungsschritte und -ergebnisse kann dazu beitragen, das Gefühl von Selbstwirksamkeit im Prozess zu erhöhen, indem die Bürgerinnen und Bürger nicht mit dem fertigen Ergebnis konfrontiert, sondern an dessen Entstehung beteiligt werden. Außerdem ermöglicht die regelmäßige Präsentation von (Zwischen-)Ergebnissen, dass Sie als Kommune selbst die Zügel über die Informationen zur KWP in der Hand behalten und frühzeitig, effektiv potenziellen Missverständnissen und Desinformationen entgegenwirken können.
Hilfestellungen & Praxisbeispiele
- Geben Sie bei Onlinevorträgen eine technische Einführung, um den flüssigen Ablauf der Veranstaltung zu gewährleisten.
- Auch das Einhalten einer Netiquette trägt dazu bei, eine störungsfreie Veranstaltung zu gewährleisten.
- Sorgen Sie für eine Co-Moderation des Chats, um Störungen und Fragen einzufangen.
Einige Beispiele für (Online-)Ergebnisvorträge finden Sie nachfolgend:
Was ist ein Kommunikationsplan?
Die nachfolgenden und weitere Informationen finden Sie in Kapitel 6 im KWW-Leitfaden: Akteursbeteiligung in der Kommunalen Wärmewende (dena 2024). Die nebenstehende Grafik finden Sie dort auf S. 31.
Der Kommunikationsplan ist ein Instrument, das die Ziele der Kommunikation, die Zielgruppen und die jeweiligen Botschaften definiert, konkrete Kommunikationsmaßnahmen festlegt und mit den einzelnen Phasen der Kommunalen Wärmeplanung (KWP) koordiniert.
Er beantwortet die folgenden Fragen:
- Wer sind die angesprochenen Zielgruppen?
- Wie können diese am besten angesprochen werden?
- Was ist das Kommunikationsziel?
- Welche Botschaften werden kommuniziert?
- Welche Kommunikationsmaßnahmen und -formate eignen sich dafür am besten?
- Wann erfolgt die jeweilige Kommunikationsmaßnahme im Verlauf der KWP?
Die Antworten auf diese Fragen sollten auf die tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort abgestimmt sein. Deswegen ist es ratsam, im Vorfeld des Entwurfs der Kommunikationsstrategie Informationen über, unter anderem, die Altersstruktur, das Mediennutzungsverhalten, die sozio-ökonomischen Verhältnisse in Ihrer Kommune einzuholen.
Leitideen zur Öffentlichkeitskommunikation in der Kommunalen Wärmewende
Der Kommunikationsplan sowie die inhaltliche Gestaltung der einzelnen Kommunikationsformate sollten sich an den folgenden Leitideen orientieren, um eine breite Akzeptanz und Beteiligung der Öffentlichkeit zu ermöglichen.
Mehr darüber, was beim Informieren zu beachten ist und welche Informationsbedarfe in der Bevölkerung abgedeckt werden müssen, erfahren Sie in dieser Kommunikationshilfe.
Frühzeitiges Informieren ist unerlässlich für die Ermöglichung von Akzeptanz in der Bevölkerung. Stellen Sie sicher, dass die Bürgerinnen und Bürger vor Ort von Anfang an regelmäßig zum Stand, Ziel und Nutzen der Kommunalen Wärmeplanung (KWP) informiert werden. Wenn Sie frühzeitig über den persönlichen und gesellschaftlichen Nutzen der KWP aufklären, schaffen Sie Verständnis für die Wärmewende sowie eine Grundlage für die erfolgreiche Beteiligung der Bevölkerung und beugen zugleich einer Vereinnahmung des Themas durch andere, potenziell destruktive Akteurinnen und Akteure bzw. Narrative vor.
Informationen allein schaffen noch keine Akzeptanz (vgl. BLM, JGU und Rheingold 2025: S. 43; Heyen und Schmitt 2024: S. 13). Zunächst müssen die Akteurinnen und Akteure in der Öffentlichkeit die bereitgestellten Informationen verstehen. Präsentieren Sie Ihre Inhalte daher in einfacher, verständlicher Sprache und vermeiden Sie ein Übermaß an (technischem) Fachjargon.
Nicht nur sprachlich, auch lebensweltlich müssen die Informationen zugänglich sein. Zeigen Sie konkrete Praxisbeispiele, um den Erfolg der Wärmewende zu illustrieren, anstatt abstrakte Problemeinordnungen zu geben. Ordnen Sie die geplanten Maßnahmen und die Herausforderungen bei der Kommunalen Wärmeplanung (KWP) in die örtliche Lebensrealität ein.
Damit die Wärmewende erfolgreich sein kann, kommt es auch auf die persönliche Motivation der Menschen vor Ort an. Sie müssen die Umsetzung der Wärmewende nicht nur über sich ergehen lassen, sondern sich aktiv daran beteiligen (vgl. UBA 2025 „Gesellschaftliche Unterstützung“: S: 13). Stellen Sie also insbesondere die persönlichen Vorteile und die eigene Handlungswirksamkeit und -notwendigkeit der Bürgerinnen und Bürger heraus (vgl. UBA 2025 „Gesellschaftliche Unterstützung“: S. 12; Heyen und Schmitt 2024: S. 14).
Eine Kommunikationsstrategie dient dazu, die bereitgestellten Informationen und geplanten Kommunikationsformate aufeinander abzustimmen. So vermeiden Sie Widersprüche in den Botschaften, die Sie vermitteln. Konsistenz trägt so zur Klarheit der Informationen und zum Verständnis für die Kommunalen Wärmeplanung (KWP) bei.
Darüber hinaus handelt es sich bei der KWP um einen komplexen Planungsprozess, an dem diverse Akteurinnen und Akteure beteiligt sind. Auch die von der Wärmeplanung betroffene Öffentlichkeit setzt sich aus verschiedenen Akteurinnen und Akteuren mit unterschiedlichsten Hintergründen und Voraussetzungen zusammen. Damit die Wärmewende erfolgreich sein und alle diese unterschiedlichen Perspektiven adäquat berücksichtigen kann, braucht es einen kohärenten, institutionalisierten Austauschprozess: „Für einen effizienten und integrativen Transformationsprozess ist es entscheidend, Erfahrungen bei der lokalen Umsetzung der Wärmwende zu sammeln, auszuwerten und davon zu lernen.“ (UBA 2025 „Abschlussbericht“: S. 15) Nutzen Sie Ihre Kommunikationsformate auch, um diesem Anspruch gerecht zu werden und sehen Sie die Öffentlichkeitskommunikation als einen notwendigen Beitrag, zu diesen Lernprozessen beizutragen – denn auch Ihre Einstellung zur Beteiligung der Öffentlichkeit spiegelt sich in Ihrer Kommunikationsarbeit wider und beeinflusst deren Erfolg (vgl. UBA 2025 „Gesellschaftliche Unterstützung“: S: 50).
Informationen müssen glaubwürdig sein, um aufgenommen zu werden. Maßgeblich zur Glaubwürdigkeit und Relevanz von Informationen trägt die Glaubwürdigkeit der Kommunikatorinnen und Kommunikatoren bei (vgl. Heyen und Schmitt 2024: S: 15; UBA 2025 „Gesellschaftliche Unterstützung: S. 22, 31). Deshalb sollten Sie bei der Kommunikation mit der Öffentlichkeit auf ein diverses Bündnis von Kommunizierenden zurückgreifen.
Diese „Akteursallianz“ sollte verschiedene gesellschaftliche Akteurinnen und Akteure, die unterschiedliche lokale Zielgruppen ansprechen, unter dem gemeinsamen Ziel der Akzeptanzkommunikation für die Kommunale Wärmewende vereinigen (Heyen und Schmitt 2024: S. 16). Neben familiären und freundschaftlichen Kontakten können potenziell auch lokale Vertrauenspersonen aus dem Vereinsleben, der Kultur oder etwa der Glaubensgemeinschaft in einem solchen Kommunikationsnetzwerk mitwirken (vgl. UBA 2025 „Gesellschaftliche Unterstützung“: S. 31).
Gerade in den sozialen Medien besteht ein höheres Risiko für die Entstehung und Verbreitung von Falschinformationen (vgl. Schüler, Niehues und Diermeier 2021: S. 14). Es ist wichtig, diese zu widerlegen. Zu einigen Falschinformationen finden Sie auf unserer Webseite Argumentationshilfen, die bei einer inhaltlichen Widerlegung helfen.
In seinem Handbuch „Über das Klima sprechen“ gibt Christoph Schrader darüber hinaus noch weitere Überlegungen zum Vorgehen an die Hand. Zum Beispiel entwickelt er die inhaltliche Struktur einer beispielhaften Widerlegung, die im ersten Schritt die richtige Faktenlage präsentiert, dann die versuchte Einflussnahme durch die Falschinformation transparent macht, diese inhaltlich argumentativ widerlegt und zuletzt noch einmal die Fakten zusammenfasst (vgl. Schrader 2022: S. 352 – 353). Dieser iterative Prozess, wenn er sorgfältig bei jeder Falschinformation angewendet wird, sorgt dafür, dass nicht nur das Bild für die Faktenlage, sondern auch die mit Desinformation und Verschwörungstheorien verbundenen Gefühle nachhaltig verändert werden (vgl. Schrader 2022: S. 353).
Wenn „Meinungsbildung […] weniger eine Frage von reiner Informationsverfügbarkeit [ist], sondern eine der emotionalen und sozialen Einbettung“ (BLM, JGU und Rheingold 2025: S. 43), dann heißt das auch für auf Falschinformation fußende Meinungen, dass insbesondere Narrative, Gefühle und Identitäten, nicht allein Faktenwissen, bei der Entkräftung und Meinungsänderung eine wesentliche Rolle spielen sollten.
Quellen
BLM, JGU und Rheingold Institut (2025). Angebunden oder abgekoppelt? Die Anbindung der Bevölkerung an die politische Öffentlichkeit. Online verfügbar unter: www.blm.de, Zugriff am: 25. Juli 2025.
Deutsche Energie-Agentur (dena) (Hrsg.) (2024): KWW-Kommunenbefragung 2024 zur Kommunalen Wärmeplanung. Berlin. Online verfügbar unter: https://www.kww-halle.de/praxis-kommunale-waermewende/kww-kommunenbefragung, Zugriff am: 11. September 2025.
Deutsche Energie-Agentur (dena) (Hrsg.) (2024): Leitfaden. Akteursbeteiligung in der Kommunalen Wärmeplanung. Berlin. Online verfügbar unter: www.kww-halle.de, Zugriff am: 13. August 2025.
Focken, H. et al. (2022): Partizipation und Akzeptanz. Synthesebericht 5 des SINTEG Förderprogramms, Studie im Aufrag des BMWK, Berlin. Online verfügbar unter: epub.wupperinst.org, Zugriff am: 17. März 2025.
Heyen, Dirk Arne und Schmitt, Lara (2024): Akzeptanzfaktoren klimapolitischer Maßnahmen. Synthese politisch relevanter Forschungsergebnisse und Schlussfolgerungen. Online verfügbar unter: www.oeko.de, Zugriff am: 30. Januar 2025.
Müller, Thorsten (2024). Zahl der Social-Media-Nutzenden steigt auf 60 Prozent. In: Media Perspektiven 28/2024. Online verfügbar unter: www.media-perspektiven.de, Zugriff am 30. September 2025.
Schrader, Christopher (2022). Über das Klima sprechen. Das Handbuch. Klimafakten.de (Hrsg.). München. Online verfügbar unter: klimakommunikation.klimafakten.de, Zugriff am: 13. März 2025.
Schüler, Ruth M.; Niehues, Judith und Diermeier, Matthias (2021): Politisches Informationsverhalten. Gespräche und traditionelle Medien liegen vorn. IW-Report. No. 2/2021. Köln. Online verfügbar unter: EconStor: Politisches Informationsverhalten: Gespräche und traditionelle Medien liegen vorn, Zugriff am: 13. August 2025.
Steinbeis Mediation/IKOME und Institut für angewandte Marketing- und Kommunikationsforschung (IMK) (2025): Steinbeis BürgerbeteiligungsReport 2025. Online verfügbar unter: www.steinbeis-mediation.com, Zugriff am: 26. Mai 2025.
Umweltbundesamt (2025) (Hrsg.): Abschlussbericht. Sozio-technische und verhaltensbasierte Aspekte der Energieeffizienzsteigerung im Wärmesektor. Dessau-Roßlau. Online verfügbar unter: www.umweltbundesamt.de, Zugriff am: 2. September 2025.
Umweltbundesamt (2025) (Hrsg.): Gesellschaftliche Unterstützung für eine erfolgreiche Wärmewende. Handbuch zur gesellschaftlichen Beteilgung in der kommunalen Wärmewende. Dessau-Roßlau. Online verfügbar unter: www.umweltbundesamt.de, Zugriff am: 2. September 2025.
Wärmeplanungsgesetz (2023): Gesetz für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze, 20. Dezember 2023, BGBl. 2023 | Nr. 394. Online verfügbar unter: www.gesetze-im-internet.de, Zugriff am: 23. September 2025.
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