Kommunale Wärmeplanung mit passenden Formaten kommunizieren

Wie kommuniziert die Kommune erfolgreich mit der Öffentlichkeit über die Kommunale Wärmeplanung (KWP)? Für eine gelungene Kommunikation kommt es unter anderem auf die eingesetzten Kommunikationsformate an. Hier finden Sie das nötige Handwerkszeug, um in Ihrer eigenen Kommune mit der Öffentlichkeits- und Akzeptanzkommunikation durchzustarten.

© dena/KWW

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Kommunikations- und Veranstaltungsformate in der Öffentlichkeitskommunikation

Die Öffentlichkeit muss laut Paragraf 7 des Gesetzes für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze (Wärmeplanungsgesetz/WPG) im Rahmen der KWP beteiligt werden. In diesem Abschnitt erfahren Sie, welche gesetzlichen Mindestanforderungen dabei zu beachten sind und warum es sich lohnt, darüber hinauszugehen. Anschließend erhalten Sie einen Überblick über mögliche Formate, die sich für die Öffentlichkeitskommunikation eignen.

Wozu verpflichtet das WPG und was erfordert die Praxis?

Laut Paragraf 13 des WPG muss die planungsverantwortliche Stelle die betroffene Öffentlichkeit über den Beschluss oder die Entscheidung über die Durchführung der KWP informieren und die jeweiligen Ergebnisse der Eignungsprüfung, der Bestandsanalyse (gemäß Anlage 2) und der Potenzialanalyse im Internet unverzüglich veröffentlichen. 

Allerdings empfiehlt es sich, über diese gesetzlichen Anforderungen hinaus kontinuierlich mit der Öffentlichkeit über die KWP zu kommunizieren. Denn „[w]as nicht verstanden wird, kann weder zur Partizipation einladen noch akzeptiert werden.“ (Focken et al. 2022: S. 39) 58 Prozent der deutschen Bevölkerung wissen zwar einer repräsentativen Befragung zufolge, dass sie direkt von der KWP betroffen sind (vgl. Steinbeis/IKOME und IMK 2025: S. 13), doch geben genauso viele an, nicht über die konkreten Maßnahmen in ihrer eigenen Kommune informiert zu sein (vgl. Steinbeis/IKOME und IMK 2025: S. 12). Neben persönlichen und gesellschaftlichen Kosten bergen besonders mangelnde Transparenz (und Beteiligung) Konfliktpotenziale für die Öffentlichkeit (vgl. Steinbeis/IKOME und IMK: S. 16). 

Die Nutzung verschiedener Kommmunikationskanäle und -formate kann dabei helfen, die breite Informationsnachfrage (vgl. Steinbeis/IKOME und IMK: S. 18) zu stemmen und alle Zielgruppen zu erreichen. Mehr zur Informationsnachfrage erfahren Sie über unsere Kommunikationshilfe zum den Informationsbedarfen in der Kommunalen Wärmeplanung.

Insbesondere die sozialen Medien gewinnen unter jüngeren Zielgruppen zunehmend an Bedeutung, wenn es um Informationen zum politischen Geschehen geht (vgl. Schüler, Niehues und Diermeier 2021: S. 3) und können dabei helfen falschen Informationen und Verschwörungstheorien rund um die Wärmewende vorzubeugen (sogenanntes „prebunking“, vgl. hierzu Heyen und Schmitt 2024: S. 16) bzw. entkräften.

Die folgende Tabelle zeigt eine Auswahl möglicher Kommunikationsformate. In den anschließenden Klappentexten erfahren Sie mehr über gestalterische, inhaltliche und organisatorische Aspekte der einzelnen Formate.

Format

Zeitpunkt der Kommunikation Zielgruppe
Projekt-Website/Themenseite auf Homepage der Gemeinde
  • von Beginn der KWP an
  • stets zu aktualisieren

alle

Informationsveranstaltung

Umsetzungsstrategie & Maßnahmen

Hauseigentümerinnen und -eigentümer, Mietende, Bürgerinnen und Bürger, Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft, Unternehmen, Verbände

Informationsstand in Ortsteilen

Umsetzungsstrategie & Maßnahmen

Öffentlichkeit vor Ort: Hauseigentümerinnen und -eigentümer, Mietende, Bürgerinnen und Bürger, Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft

E-Mail-Postfach

Vorbereitung

Eignungsprüfung

Bestands- & Potenzialanalyse

Zielszenario

Umsetzungsstrategie & Maßnahmen

alle

Pressemitteilung

Vorbereitung

Bestands- & Potenzialanalyse

Umsetzungsstrategie & Maßnahmen

Hauseigentümerinnen und -eigentümer, Mietende, Bürgerinnen und Bürger, Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft, Unternehmen, Verbände

Lokalzeitung, Gemeindeblatt

Vorbereitung

Bestands- & Potenzialanalyse

Umsetzungsstrategie & Maßnahmen

Hauseigentümerinnen und -eigentümer, Mietende, Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft, Bürgerinnen und Bürger, insbesondere über-50- und über-60-Jährige (vgl. Schüler, Niehues und Diermeier 2021: S. 7)

Soziale Medien

Vorbereitung

Bestands- & Potenzialanalyse

Umsetzungsstrategie & Maßnahmen

alle

Ortsbegehung

Umsetzungsstrategie & Maßnahmen

Bürgerinnen und Bürger, Hauseigentümerinnen und -eigentümer, Mietende, Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft, Politikerinnen und Politiker

(Online-)Ergebnisvortrag

Bestands- & Potenzialanalyse

Umsetzungsstrategie & Maßnahmen

Politikerinnen und Politiker, Kommunalverwaltung, Fachakteurinnen und -akteure, Hauseigentümerinnen und -eigentümer, Mietende, Bürgerinnen und Bürger, Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft, Unternehmen, Verbände

Details zu den Kommunikations- und Veranstaltungsformaten

Nachfolgend finden Sie Details zu Kommunikationsformaten in der Öffentlichkeitsarbeit sowie Beispiele aus der Praxis. Beschreibung, Inhalt und Hilfestellungen finden Sie auch im KWW-Leitfaden: Akteursbeteiligung in der Kommunalen Wärmeplanung genauso wie weitere Kommunikationsformate für andere Akteursgruppen (vgl. dena 2024: S. 68 - 79). Laut der KWW-Kommunenbefragung 2024 machen Kommunen insbesondere mit Präsenzveranstaltungen wie Bürgerforen, Infoabenden und Dialogformaten positive Erfahrungen. Auch die Bereitstellung von Informationen über die eigene Website und Social Media wird aufgrund eigener Erfahrungswerte weiterempfohlen.

Was ist ein Kommunikationsplan?

Die nachfolgenden und weitere Informationen finden Sie in Kapitel 6 im KWW-Leitfaden: Akteursbeteiligung in der Kommunalen Wärmewende (dena 2024). Die nebenstehende Grafik finden Sie dort auf S. 31.

Der Kommunikationsplan ist ein Instrument, das die Ziele der Kommunikation, die Zielgruppen und die jeweiligen Botschaften definiert, konkrete Kommunikationsmaßnahmen festlegt und mit den einzelnen Phasen der Kommunalen Wärmeplanung (KWP) koordiniert. 

Er beantwortet die folgenden Fragen: 

  • Wer sind die angesprochenen Zielgruppen? 
  • Wie können diese am besten angesprochen werden? 
  • Was ist das Kommunikationsziel? 
  • Welche Botschaften werden kommuniziert?
  • Welche Kommunikationsmaßnahmen und -formate eignen sich dafür am besten?  
  • Wann erfolgt die jeweilige Kommunikationsmaßnahme im Verlauf der KWP?

Die Antworten auf diese Fragen sollten auf die tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort abgestimmt sein. Deswegen ist es ratsam, im Vorfeld des Entwurfs der Kommunikationsstrategie Informationen über, unter anderem, die Altersstruktur, das Mediennutzungsverhalten, die sozio-ökonomischen Verhältnisse in Ihrer Kommune einzuholen.

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Leitideen zur Öffentlichkeitskommunikation in der Kommunalen Wärmewende

Der Kommunikationsplan sowie die inhaltliche Gestaltung der einzelnen Kommunikationsformate sollten sich an den folgenden Leitideen orientieren, um eine breite Akzeptanz und Beteiligung der Öffentlichkeit zu ermöglichen. 

Mehr darüber, was beim Informieren zu beachten ist und welche Informationsbedarfe in der Bevölkerung abgedeckt werden müssen, erfahren Sie in dieser Kommunikationshilfe.

Quellen

Kommunikationshilfen

Erkunden Sie weitere Kommunikationshilfen, die Sie bei der erforderlichen Kommunikation von Kommunaler Wärmeplanung (KWP) und Wärmewende unterstützen. 

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© GettyImages/Aleksandar Nakic