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Datenraum Wärmeplanung

Daten sind elementar für die Planung und Umsetzung der Wärmewende. Die gesetzeskonforme und qualitätsgesicherte Beschaffung und Übermittlung von Daten machen die Kommunale Wärmeplanung (KWP) allerdings aufwendig und damit teuer. Für den zielführenden Dateneinsatz brauchen Bund, Länder und Kommunen einheitliche und kompatible Qualitätsstandards sowie einen digitalen Ort, an dem benötigte Daten abgerufen und erzeugte Daten zur Verfügung gestellt werden können. 

Beide Themen werden voraussichtlich mit der Novelle des Wärmeplanungsgesetzes adressiert: Für die Kompatibilität wird der neue XWärmeplan-Standard für Ergebnisdaten etabliert. Die Datenbeschaffung, den sicheren Datenaustausch und die Darstellung der Planungsergebnisse vereinfacht zukünftig der Datenraum Wärmeplanung.

© Shutterstock/Stone Pictures

Gemeinsamer Datenraum für Kommunen, Länder und Bund

Der Datenraum Wärmeplanung vereinfacht den Umgang mit Daten über die föderalen Ebenen hinweg. Kommunen erhalten relevante Eingangsdaten für ihre Wärmeplanung zentral und können ihre Ergebnisdaten standardisiert bereitstellen. Länder und Bund können auf die für sie relevanten Daten zugreifen und diese für ihre jeweiligen Aufgaben nutzen. Dadurch wird insbesondere der Aufwand reduziert, der heute durch die dezentrale Datenbeschaffung und -bereitstellung von Daten, unterschiedliche Datenformate, individuelle Übermittlungswege sowie die Weitergabe von Ergebnissen zwischen Kommunen, Ländern und Bund entsteht. Der Datenraum schafft hierfür eine gemeinsame digitale Infrastruktur und unterstützt durch die Nutzung des XWärmeplan-Standards für die KWP-Ergebnisdaten einen effektiven und effizienten Datenaustausch.

Die Vorteile des Datenraums Wärmeplanung

sicher

  • datenschutzkonforme und rechtssichere Prozesse zum Datenaustausch
  • standardisierte Übertragung, Zusammenführung und Aggregation der Daten

effizient

  • geringerer Arbeitsaufwand für Kommunen 
  • Infrastruktur wird langfristig bereitgestellt (keine eigenen GIS-Systeme und Datenaustauschlösungen mehr nötig)
  • Kommunen erhalten zentralen Zugriff auf verschiedene, wärmeplanungsrelevante Daten
  • langfristige Verbesserung der Wärmeplanung über Kommunal- und Ländergrenzen hinweg

anschaulich

  • Auswertungen und Visualisierungen der Daten der KWP in der Plattform
  • bundesweiter Überblick über den Stand der Wärmeplanung

Funktionen der Plattform

Der Datenraum Wärmeplanung bietet eine öffentliche Startseite mit Informationen für die Öffentlichkeit und darüber hinaus ein passwortgeschütztes Portal für angemeldete Nutzende. Dort erhalten Kommunen, Länder und der Bund jeweils einen auf ihre Bedarfe zugeschnittenen Zugang zu Ergebnisdaten, Eingangsdaten und einer sicheren Dateiablage für den Datenaustausch zwischen allen Beteiligten. Die angebundenen Datenbestände zur Wärmeversorgung und zur Wärmeplanung bilden die Grundlage der Plattformfunktionen für die verschiedenen Nutzendengruppen.

Nach der initialen Veröffentlichung der ersten Ausbaustufe ist die Weiterentwicklung der Plattform vorgesehen. 

© dena/KWW nach PD

Anwendungen nach Nutzendengruppe

Kommunen können

  • relevante Eingangsdaten für die Wärmeplanung abrufen,
  • Daten sicher bereitstellen und austauschen,
  • Ergebnisdaten im Datenstandard XWärmeplan bereitstellen und
  • eigene Wärmeplanungsdaten einsehen und verwalten.

Länder können

  • Ergebnisdaten der Kommunen einsehen und nutzen,
  • Eingangsdaten für die Kommunen bereitstellen und
  • einen Überblick über die Kommunale Wärmeplanung im jeweiligen Land erhalten.

Der Bund kann

  • Wärmeplanungsdaten länderübergreifend einsehen und für übergeordnete Analysen sowie das Monitoring nutzen. 

Bürgerinnen und Bürger sowie andere Organisationen können 

  • auf veröffentlichte Wärmeplanungsdaten und Informationen zugreifen.
© dena/KWW nach PD

Anwendungsbeispiel: Kommune

Eine Kommune startet mit der Wärmeplanung. Anstelle die benötigten Eingangsdaten über verschiedene Wege einzeln zusammenzutragen, kann sie relevante Daten über den Datenraum gebündelt abrufen. Nach Abschluss der Wärmeplanung können die Ergebnisse im Datenstandard XWärmeplan über den Datenraum bereitgestellt werden.

© dena/KWW

Projektteam erhält Feedback aus Pilotkommunen und -ländern

Der Aufbau des Datenraums Wärmeplanung wird im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) durch die PD – Berater der öffentlichen Hand GmbH koordiniert und fachlich durch das Kompetenzzentrum Kommunale Wärmewende (KWW) begleitet. Das KWW wird den Betrieb und die technische Betreuung des Datenraums übernehmen.

In regelmäßig stattfindenden Werkstattgesprächen ist das Projektteam im fachlichen Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern aus den Pilotländern Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen und erhält Feedback im Rahmen von Testanwendungen von Pilotkommunen. Die Rückmeldungen der Testenden aus den Kommunen sind für die Ausgestaltung späteren Nutzererfahrung besonders wichtig.

Aktuelle Informationsquellen

© Shutterstock/Matchou

KWW-Wärme­wende­atlas

Die interaktive Karte zeigt den aktuellen Stand der Kommunen in der Wärmeplanung sowie verschiedene Praxisbeispiele zur Umsetzung der Wärmewende. Über die Filterfunktionen können Sie Kommunen suchen, die Ihrer Kommune ähneln, um sich zu vernetzen oder praxisnahe Lösungen zu finden.

© GettyImages/Hagens World Photography

Status quo der Kommunalen Wärmeplanung

Wie weit ist die Kommunale Wärmeplanung in Deutschland? Diese Auswertung zeigt, wie viele Wärmepläne in den Ländern und in Summe bundesweit bereits erarbeitet werden oder fertiggestellt sind und wie sich die Situation nach Kommunengrößen darstellt.

© GettyImages/Ezra Bailey

Daten in der Kommunalen Wärmeplanung

Für eine erfolgreiche Kommunale Wärmeplanung (KWP) ist das Sammeln, Organisieren und Auswerten von Daten essenziell. Auf dieser Seite wird der KWP-Prozess mit Blick auf die Datenerhebung und -verarbeitung beleuchtet.

© Shutterstock/Andrey Popov

KWW-Daten­kom­pass

Vor und während der Bestandsanalyse der Kommunalen Wärmeplanung müssen Daten über die Bebauungsstruktur, die Energiebedarfe, Netzinfrastruktur usw. beschafft und ausgewertet werden. Die Anlage 1 des Wärmeplanungsgesetzes (WPG) listet dazu elf Themengruppen relevanter Daten. Der KWW-Datenkompass zeigt je nach Bundesland, welche Organisationen die jeweiligen Daten liefern können und in welcher Qualität (Granularität) sie angefragt werden sollten.

© Getty Images/shulz

Erfassung der Wärmeplan-Ergebnisse

Je nach Bundesland unterscheiden sich die Stellen, die die Daten der Kommunalen Wärmeplanung erfassen. Diese Seite gibt einen Überblick.

© dena/Foto: Sascha Linke

KWW-Veran­stal­tungs­kalender

Unter dem Filter „Datenerhebung & -verarbeitung“ finden Sie hier Tagungen, Seminare und Workshops vom KWW und anderen Organisationen, die sich diesem Thema widmen.