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Kommunale Wärme­planung im Kontext der Wärme­wende

Keine Energiewende ohne Wärmewende. Und keine Wärmewende ohne Wärmeplanung. Die Kommunale Wärmeplanung (KWP) ist die Basis für die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung. Im Folgenden finden Sie die Zusammenhänge übersichtlich zusammengefasst.

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Kommunale Wärmeplanung märchenhaft erklärt

Warum Wärmewende?

Der menschengemachte Klimawandel schreitet voran. Deutschland hat sich das Ziel gesetzt bis 2045 Klimaneutralität zu erreichen und der größte Ansatzpunkt ist die Wärmeversorgung. Die geopolitischen Entwicklungen der letzten Jahre haben zudem verdeutlicht, wie wichtig es ist, sich unabhängig von importierten fossilen Brennstoffen zu machen, unter anderem um volatile Preise zu vermeiden. 

Die Energiewende hat sich bisher fast vollständig auf den Stromsektor beschränkt. Dabei macht die Wärmeversorgung laut Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e.V. (Stand: 2024) mit Raumwärme, Prozesswärme, Warmwasser und Kälteenergie rund 60 Prozent des deutschen Endenergieverbrauchs und damit einen Großteil des Treibhausgasausstoßes in Deutschland aus. Daher: keine Energiewende ohne Wärmewende.

Die Wärmewende bedarf immer einer lokalen Lösung, denn sie passiert da, wo Wärme verbraucht wird. Städte und Gemeinden müssen hier also eigene Ansätze entwickeln. Denn – anders als Strom – lässt sich Wärmeenergie kaum ohne großen Energieverlust über längere Strecken transportieren. 

Genau hier setzt die Kommunale Wärmeplanung (KWP) an: Diese versetzt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der lokalen Verwaltung in die Lage, eine kommunale Strategie zu entwickeln. Bausteine dafür sind Maßnahmen, wie Sie in Ihrer Gemeinde künftig den Wärmebedarf mit erneuerbaren Energien decken.

© dena/KWW nach AG Energiebilanzen e.V. 2024

Wie sieht der gesetzliche Rahmen aus?

Die Aufgabe, strategische, effiziente und langfristige Lösungen für das ganze Gemeindegebiet zu entwickeln, ist durch das Gesetz für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze (Wärmeplanungsgesetz, WPG) an die Kommunen übertragen worden.

Laut WPG ist es die Funktion der Kommunalen Wärmeplanung, Dekarbonisierungsstrategien für die Wärmeversorgung vor Ort zu entwickeln. Die KWP erlaubt den Kommunen, den Transformationsplan für die Wärmeversorgung nach den spezifischen Anforderungen ihrer Gemeinde auszurichten.

mehr zur Gesetzgebung im Wärmesektor
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Warum Kommunale Wärmeplanung?

Das Ziel der KWP ist die nachhaltige und klimafreundliche Versorgung der Bürgerinnen und Bürger mit Wärme. Dazu ist sie das strategische Planungsinstrument der Kommune. Die Wärmewende soll mithilfe der KWP möglichst kosteneffizient und zukunftssicher geplant werden.

Mehrwert der Kommunalen Wärmeplanung

Diese Vorteile hat die Umstellung von fossilen auf erneuerbare Wärmequellen für die lokale Wärmeversorgung:

  • Sie erhöhen mit der KWP die Planungssicherheit öffentlicher und privater Investitionen, welche direkt oder indirekt die Wärmeversorgung betreffen. 
  • Sie erschaffen auf der Grundlage der KWP eine Welt, die kommende Generationen zu schätzen wissen werden. Lokale Wertschöpfung statt teurer Energieimport. So rechnen sich die Investitionen langfristig. Und das betrifft alle Energiesektoren: Die KWP ist ein strategischer Baustein der Strom- und Mobilitätszukunft
  • Auf der Grundlage der KWP können Bau- bzw. Sanierungsmaßnahmen zuverlässiger geplant werden und der regionalen Wertschöpfung dienen. Das bedeutet, heimische Handwerker erhalten Aufträge, das Geld bleibt in der Region und die lokale Kaufkraft kann langfristig steigen.
  • Durch eine KWP können sinnvolle Synergien entstehen – speziell bei der Koordinierung von Tiefbauarbeiten. Sind anstehende Arbeiten bekannt, können weitere Maßnahmen wie eine Glasfaserverlegung oder Stromnetzausbauarbeiten gekoppelt durchgeführt werden. 
  • Eine gut geplante KWP ist ökologisch richtungsweisend. Aber auch der Wirtschaftsstandort profitiert. Eine unabhängige und klimaneutrale Energieversorgung zieht Unternehmen an und bildet somit einen eindeutigen Wettbewerbsvorteil für Kommunen.

Unser Tipp: Berücksichtigen Sie als kommunale Entscheiderin oder kommunaler Kümmerer die KWP künftig direkt in der Bauleit- und Flächennutzungsplanung. Damit werden das Monitoring, die Fortschreibung und die Etablierung des Prozesses schriftlich in der Planung beschrieben. Wir empfehlen Ihnen, für die drei genannten Punkte die Verantwortungen klar zuzuweisen und Handlungsprioritäten festzulegen. 

Praxisbeispiele aus anderen Kommunen im Wärmewendeatlas

Sie blicken über den kommunalen Tellerrand und sehen, wie andere die KWP erfolgreich umgesetzt haben? Abgucken ist erlaubt und gewollt. Orientieren Sie sich an den Maßnahmen und Zeitplänen, die bereits funktioniert haben. Sie werden feststellen, wie bereitwillig andere Gemeinden ihr Wissen mit Ihnen teilen. Fragen sollten hier auch ins Detail gehen. Wie formuliert man Ausschreibungen für spezifische Dienstleister oder recherchiert Hintergründe zu Wärmenetzen, Abwasserwärmenutzung oder Wärmepumpentechnologien? Je offener Sie kommunizieren, desto wahrscheinlicher erhalten Sie ausführliche und konstruktive Antworten.

Im Wärmewendeatlas stellen wir Ihnen interaktive Karten mit Praxisbeispielen zur Verfügung. 

zum KWW-Wärmewendeatlas

Mehr Informationen

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Landesgesetze zur Wärmeplanung

Informieren Sie sich über die relvantesten länderspezifischen Besonderheiten der KWP, finden Sie Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner sowie Fördermöglichkeiten für Ihr Bundesland.

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KWP-Prozess

Die KWP ist ein rollierender Prozess, den Sie regelmäßig aktualisieren und fortschreiben – bis die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung in Ihrer Kommune erreicht ist. Erfahren Sie mehr über die einzelnen Phasen der KWP.

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Technologien für die KWP

Fernwärme, Inselnetze, Biogas, Wärmepumpen, Aquathermie - die Technologien zur erneuerbaren Wärmeversorgung sind vielfältig. Unsere Klickstrecke gibt Ihnen einen groben Überblick über die Wärmetechnologien.