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WWK-Netzwerk | Sanierung

Den Wärmebedarf durch Sanierungs­maßnahmen reduzieren

Wie können Kommunen die Sanierung des Gebäudebestands stärker vorantreiben? Die Mitglieder unseres WWK-Netzwerks haben sich zu dieser Frage ausgetauscht und erste Ansätze zusammengetragen.

Die Ermittlung von Einsparpotenzialen ist eine zentrale Aufgabe der Kommunalen Wärmeplanung (KWP). Die Realisierung dieser Potenziale setzt eine Sanierung des Gebäudebestandes voraus. Doch wie die teilweise sehr hohen Sanierungsraten und -tiefen der Wärmepläne erreicht werden können, ist oft unklar (vgl. Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme 2026). Gleichzeitig fehlen in vielen Wärmeplänen realistische Strategien zur Umsetzung der vorgesehenen Modernisierungen. Im WärmeWendeKommune-Netzwerk (WWK-Netzwerk) haben sich Mitgliedskommunen deshalb dazu ausgetauscht, wie sie Sanierungen stärker voranbringen können. 

Welche Rolle spielt die Sanierung in der Kommunalen Wärmeplanung?

Im Rahmen der Kommunalen Wärmeplanung (KWP) können gemäß §18 Wärmeplanungsgesetz Teilgebiete mit besonderem Energieeinsparpotenzial identifiziert und dargestellt werden. Kommunen können diese als Gebiete mit erhöhtem Sanierungsbedarf oder als Bereiche mit gezielten Maßnahmen zur Reduktion des Wärmebedarfs nach §142 des Baugesetzbuches ausweisen. Für das gesamte Untersuchungsgebiet werden zudem Szenarien zur zukünftigen Entwicklung des Wärmebedarfs erstellt. Dabei spielen Annahmen zur energetischen Sanierung eine zentrale Rolle, insbesondere die Kombination aus Sanierungsrate (Anteil jährlich sanierter Gebäude) und Sanierungstiefe (Einsparwirkung der Maßnahmen). Diese Parameter sind in der Praxis bislang nicht standardisiert und werden unterschiedlich angewendet.  

Herausforderungen in der Praxis

Im Austausch der WärmeWendeKommunen wurde deutlich, dass die Sanierung in vielen Kommunen vor allem an der Schnittstelle zwischen Planung und Umsetzung eine zentrale Herausforderung darstellt. Hinzu kommen Unsicherheiten bei der Festlegung von Sanierungsraten und der Ermittlung des tatsächlichen Sanierungsbedarfs.

In der Umsetzung konzentrieren sich viele Gemeinden zunächst auf eigene oder kommunal beeinflussbare Gebäude, beispielsweise von Wohnungsbaugesellschaften, Schulen oder Verwaltungsgebäude. Hier bestehen direkte Steuerungsmöglichkeiten. Die Sanierung aller kommunalen Gebäude ist laut den WWK-Mitgliedern nur mit zusätzlichen Fördermitteln realisierbar. Der Denkmalschutz kann energetische Sanierungsmaßnahmen zusätzlich einschränken oder erschweren.  

Welche Ansätze Kommunen bereits nutzen

Eine deutlich größere Herausforderung liegt in der Beeinflussung privater Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer. Hier stehen den Kommunen nur indirekte Steuerungsinstrumente zur Verfügung – unter anderem Informationsveranstaltungen, die das Thema Sanierung im privaten Gebäudebestand adressieren, beispielsweise Messen und Aktionstage für Bürgerinnen und Bürger sowie für die lokale Wirtschaft. Ziel dieser Veranstaltungen ist es, über Sanierungsmöglichkeiten zu informieren und Eigentümerinnen und Eigentümer zur Umsetzung energetischer Maßnahmen zu bewegen.

Interesse wecken können auch Thermografie-Aktionen, bei denen Wärmeverluste an Gebäuden für die Teilnehmenden sichtbar gemacht werden. In verschiedenen WWK-Kommunen gibt es zudem Überlegungen zur Einrichtung von Mitmachbaustellen, um Hauseigentümerinnen und Hauseigentümern das Thema Sanierung anschaulich näherzubringen. Teilweise kommen kommunale Förderprogramme zur finanziellen Unterstützung von Sanierungsmaßnahmen zum Einsatz, in einzelnen Großstädten werden gezielte Sanierungskampagnen umgesetzt und einige WärmeWendeKommunen arbeiten eng mit der Denkmalschutzabteilung zusammen. In Einzelfällen erfolgt eine Kooperation mit der Verbraucherzentrale, insbesondere bei individuellen Beratungsfällen.

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Die Stadt Landshut nutzt ein digitales Tool zur systematischen Erfassung und Auswertung des energetischen Sanierungsstands von Gebäuden. Im WWK-Netzwerk wurde zudem das Projekt Energiesprong der dena vorgestellt. Im Fokus standen insbesondere die Potenziale des seriellen Sanierens von Nichtwohngebäuden. Dieses Verfahren ermöglicht schnellere und kostengünstigere Sanierungen. Eine WärmeWendeKommune plant bereits, vor Ort die serielle Sanierung umzusetzen. Weitere Gemeinden haben bereits Interesse an diesem Ansatz bekundet.

Das sind die zentralen Erkenntnisse aus dem WWK-Netzwerk:

  • Die Sanierung ist ein zentraler Hebel der Wärmewende, der aktuell noch zu zögerlich genutzt wird.  
  • Zwischen Planung und Umsetzung besteht eine strukturelle Lücke, insbesondere bei der Messbarmachung von Sanierungszielen.  
  • Kommunen setzen vor allem auf aktivierende und informierende Ansätze, um private Eigentümerinnen und Eigentümer für eine energetische Sanierung zu sensibilisieren. 

Quellen

Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE: Kommunale Wärmeplanung: Studie von Fraunhofer ISE und Öko-Institut zeigt bundesweit deutliche Unterschiede. 3. März 2026. www.ise.fraunhofer.de/de/presse-und-medien/presseinformationen/2026/kommunale-waermeplanung-studie-von-fraunhofer-ise-und-oeko-institut-zeigt-bundesweit-deutliche-unterschiede.html. Zugriff am: 8. Mai 2026.  

Stand: Juni 2026