KWW-Kommunenbefragung
Die Umfrage des Kompetenzzentrums Kommunale Wärmewende (KWW) gibt einen guten Einblick, wie Kommunen die Kommunale Wärmeplanung angehen, welche Hürden sie überwinden müssen und wo Nachbesserungsbedarf im gesamten Prozess besteht. Damit bieten die Befragungsergebnisse auch wichtige Impulse und Prüfsteine für die Arbeit des KWW.
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2026 nahmen 778 Städte, Gemeinden und Landkreise an der KWW-Kommunenbefragung teil. Die jährliche KWW-Umfrage zeigt aktuelle Entwicklungen in der Wärmeplanung, sowie Hürden und Potenziale im Planungsprozess aus kommunaler Sicht. Eine Einordnung der Umfrageergebnisse finden Sie in unserer Presseinformation. Die Kernergebnisse finden Sie im Folgenden sowie im Report zu den Umfrageergebnissen.
KWW-Kommunenbefragung 2026: Ergebnisse im Überblick
Erstmalig sind mit 40 % der Teilnehmenden dieses Jahr die meisten Kommunen in der Umsetzungsphase. Im Jahr 2025 lag dieser Anteil noch bei 17 %. In den teilnehmenden Kommunen waren ca. 27,8 Mio. Menschen gemeldet.
Knapp die Hälfte der Teilnehmenden schätzt das Zielszenario ihrer Kommune als (eher) realistisch ein (46 %). Optimistisch sind die Kommunen überwiegend, weil das Zielszenario fundiert erarbeitet wurde, gute Rahmenbedingungen vor Ort bestehen, Umsetzungsmaßnahmen bereits begonnen haben oder die Motivation bei Akteurinnen und Akteuren sehr hoch ist. 54 % der Befragten halten das Zielszenario jedoch für (eher) unrealistisch. Hauptgründe liegen vor allem in den finanziellen Herausforderungen (47 %), Unsicherheiten aufgrund politischer Signale und Rahmenbedingungen (34 %) sowie den Abhängigkeiten von externen Akteurinnen und Akteuren (26 %), auf die die Kommune keinen Einfluss hat.
Holz als Brennstoff wird insgesamt von 41 % der teilnehmenden Kommunen genutzt oder im Wärmeplan berücksichtigt. Diese Kommunen wurden nach ihren eigenen Ressourcen befragt. Insgesamt können nur 37 % Holz aus dem eigenen Körperschaftswald beziehen, 57 % der kleinen Kommunen und sogar 82 % der großen Kommunen können keinen Körperschaftswald nutzen.
Die angenommenen jährlichen Sanierungsraten unterscheiden sich stark. Mehr als die Hälfte der Befragten rechnet mit Sanierungsraten von unter 1,5 %, am häufigsten wird mit 1 – 1,5 % gearbeitet (32 % der Kommunen). Lediglich 33 % gehen von einer Sanierungsrate von weniger als 1 % aus. 5 % der Kommunen rechnen mit mehr als 3 %, insgesamt 12 % mit mehr als 2 % Sanierungsrate. Um eine hohe Sanierungsrate zu erreichen, setzen die meisten Kommunen auf Beratungs- und Informationsangebote für private Eigentümerinnen bzw. Eigentümer und Interessengemeinschaften der Bürgerschaft (64 %).
60 % der Teilnehmenden bzw. Verantwortlichen der Wärmeplanung schätzen ihren Wissensstand als (eher) hoch ein. Im letzten Jahr wurde nach dem Wissensstand innerhalb der Verwaltung gefragt, der selbst bei den umsetzenden Kommunen nur bei 39 % als (eher) hoch angegeben wurde. Vorbereitende und Durchführende geben Wissenslücken hinsichtlich des Ablaufs und der Inhalte einer KWP (bspw. des vereinfachten Verfahrens und der Durchführung im Konvoi) an. Umsetzende nennen vor allem einen Wissensbedarf bei der Verstetigung der KWP sowie zu technischen Fragen und Wärmenetzen.
Bei der Finanzierung von Wärmenetzen ist nicht der Zugang zu Fremdkapital die größte Herausforderung, sondern mit Abstand das fehlende Eigenkapital bzw. die Haushaltslage der Kommune. Die zweitgrößte Herausforderung ist die Unsicherheit bzgl. der Anschlussquote und des Wärmebedarfs.
Ein Monitoring von Umsetzungsmaßnahmen hat ein Drittel der Kommunen mit fertigem Wärmeplan noch gar nicht oder es befindet sich noch im Aufbau. Ein weiteres Drittel hat die Zuständigkeit innerhalb der Kommune festgelegt. Nur 17 % der Umsetzenden nutzen eine spezielle Software.
Zur Umsetzung von Maßnahmen aus dem Wärmeplan ist die Anwendung bauplanungsrechtlicher Instrumente notwendig. Lediglich 11 % der Durchführenden und Umsetzenden sind bislang konkret tätig geworden. Ungefähr ein Drittel der Kommunen diskutiert eine Anwendung. 15 % der Großstädte haben dies noch gar nicht thematisiert. Die meisten Kommunen würden gern ihr Fachwissen diesbezüglich wie folgt ausbauen: Überblick über rechtliche und planerische Verknüpfungsmöglichkeiten (76 %), Steuerungsmöglichkeiten über die Bauleitplanung (64 %) sowie städtebauliche Verträge (62 %).
97 % der 109 befragten Kommunen mit mehr als 45.000 Einwohnenden haben noch kein Kälteversorgungskonzept bzw. keine Kälteplanung.
8 von 10 Kommunen schätzen die Zusammenarbeit mit ihren Dienstleistenden als gut oder sehr gut ein. Vor allem der regelmäßige Austausch und die Erreichbarkeit werden hervorgehoben (56 %). Bemängelt werden hingegen Berichtsqualität (15 %), Datenerhebung und -qualität, Termin- und Fristversäumnisse sowie Kommunikationsdefizite (jeweils 11 %).
- Die Kommunen geben vielfältige Lösungsvorschläge an, die sich insgesamt in 8 Cluster aufteilen:
- klare Prozesse & Verbindlichkeit
- Qualitätssicherung & Nachbesserung
- Kommunikation & Abstimmung
- fachliche Kompetenz & Erfahrung
- Datenqualität & Transparenz
- lokale Einbindung & Praxisnähe
- Flexibilität & Anpassungen
- finanzielle & personelle Ressourcen
Lediglich 20 – 30 % der Durchführenden und Umsetzenden stimmen sich eng mit den Akteurinnen und Akteuren der Sektoren Strom, Wärme und Gas zur übergeordneten Energieinfrastrukturplanung ab. Immerhin 52 – 63 % tun dies punktuell.
Grundsätzlich sind die häufigsten Kanäle zur Kommunikation die kommunale Webseite, Pressetermine/Pressemeldungen und Informationsveranstaltungen. Große Kommunen nutzen ebenfalls häufig eigene Webseiten für die KWP. Je größer eine Kommune ist, desto mehr wird über die KWP kommuniziert bzw. desto mehr Kanäle werden insgesamt genutzt.
Als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zur Kommunikation über Themen der KWP und Wärmewende werden von den meisten Teilnehmenden politische Gremien (86 %) und die lokale Presse (78 %) genutzt. Kleine Kommunen setzen sogar überwiegend auf diese Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. Jede zweite Kommune nutzt das Stadtwerk/Energieversorgungsunternehmen. Große Kommunen nutzen wesentlich mehr Multiplikatorinnen und Multiplikatoren.
Die meisten Kommunen sehen kommunikativen Handlungsbedarf zur Akzeptanzsteigerung bei den Bürgerinnen und Bürgern (83 %). Auch bei der Kommunalpolitik (60 %) wird Handlungsbedarf gesehen. In Großstädten wird im Vergleich mit anderen Kommunengrößen ein höherer Kommunikationsbedarf beim Fachpersonal für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (61 %) gesehen.
Vorbereitende geben fehlendes Personal im Vergleich zum Vorjahr wesentlich öfter als Herausforderung an (2026: 57 %, 2025: 37 %). Dahinter folgen die Vergabe der Dienstleistung (47 %) und die als gering wahrgenommene Akzeptanz in der Bevölkerung (32 %). Die Finanzierung/Förderung der KWP wird dieses Jahr lediglich von 16 % der Kommunen erwähnt (2025: 36 %).
Bei den Durchführenden haben sich die Herausforderungen geändert. Wurde 2025 noch überwiegend die Datenbeschaffung (44 %) gesehen, geben das dieses Jahr nur noch 31 % an. Gleichzeitig hat sich die fehlende Finanzierung von Umsetzungsmaßnahmen von 26 % im Jahr 2025 auf die mit Abstand häufigste Herausforderung von 59 % der Kommunen verändert.
Über 80 % der Umsetzenden sehen die Finanzierung von Umsetzungsmaßnahmen als herausfordernd an, gefolgt von fehlendem Personal (44 %). Jede dritte Kommune hat Probleme mit der Erschließung erneuerbarer Wärmequellen und mit Fragestellungen zu Wärmenetzen. Die Beteiligung von Fachakteurinnen und -akteuren wird mit 12 % weniger problematisch gesehen als im Vorjahr (25 %).
(Hinweis: Im Jahr 2025 wurde diese Frage als Freitextfrage gestellt, dieses Jahr als Multiple-Choice-Frage formuliert.)
Berichte zur KWW-Kommunenbefragung 2026
Dieser Report enthält die detaillierten Auswertungen der KWW-Kommunenbefragung 2026.
Hier finden Sie den der KWW-Kommunenbefragung 2026 zugrunde liegenden Datensatz als Excel-Datei zum Download.
Hier finden Sie das Tabellenband der KWW-Kommunenbefragung 2026 als Excel-Datei zum Download.



