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© Shutterstock/Gambarini Gianandrea

Leitlinien & Regulierung

Die Wärmewende bleibt auf Kurs

Kommunen sehen sich zunehmend mit veränderten politischen Rahmenbedingungen bei der Wärmewende konfrontiert. Warum die Antwort auf diese Herausforderungen mehr und nicht weniger Wärmeplanung lautet, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Seit 2022 haben sich die Rahmenbedingungen der Energieversorgung in Europa spürbar verändert. Geopolitische Spannungen, etwa durch den Ukraine-Krieg oder die Entwicklungen im Nahen Osten, haben die Preise für Öl und Gas stark ansteigen lassen. Dies hat gezeigt, wie stark die Versorgung noch von fossilen Energieträgern abhängt. Die Preisentwicklung löst bei vielen Bürgerinnen und Bürgern Verunsicherung aus. Allein die Gaspreise stiegen zeitweise um über 110 Prozent im Vergleich zu 2021, was die Sorge um die Bezahlbarkeit von Wärme weiter verstärkte (vgl. evm o. D.).  In Phasen hoher Energiepreise wurde aus Angst vor nicht bezahlbaren Rechnungen weniger geheizt. 5,5 Millionen Menschen konnten 2022 in Deutschland aus finanziellen Gründen ihre Wohnung nicht ausreichend beheizen (vgl. Statistisches Bundesamt 2023).

Herausforderungen für die Kommunen

Auch Kommunen sind von dieser Unsicherheit betroffen. Sie müssen mit knappen finanziellen und personellen Ressourcen eine Vielzahl von Aufgaben bewältigen – die Kommunale Wärmeplanung (KWP) ist dabei nur eine von vielen. Dass eine zunehmende Aufgabenlast Zweifel an der Priorisierung aufkommen lässt, ist nachvollziehbar.

Damit die Kommunen die Wärmewende auch weiterhin vorantreiben können, brauchen sie die Gewissheit, dass die KWP und die Wärmewende langfristigen Rückhalt und eine klare Perspektive haben und nicht nur für die Bürgerinnen und Bürger nutzenstiftend sind, sondern auch für sie als Kommune.

Die Wärmewende als Chance

Die Umstellung auf moderne Heiztechnologien bietet hier eine Lösung: Sie sind weniger anfällig für internationale Konflikte und tragen so zu mehr Preissicherheit bei. Die Wärmewende ist damit nicht nur klimapolitisch, sondern auch wirtschaftlich und strategisch der Weg in eine resiliente und unabhängige Wärmeversorgung. Sie ermöglicht es, die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger zu adressieren und gleichzeitig wirtschaftliche Potenziale für die kommunalen Haushalte zu erschließen.

Klarheit und Sicherheit durch die Wärmeplanung

Die Leitplanken der Wärmewende sind klar: Das Ziel einer kosteneffizienten, nachhaltigen, bezahlbaren, resilienten und treibhausgasneutralen Wärmeversorgung bis 2045 ist eng mit dem Bundes-Klimaschutzgesetz verknüpft. Das Gesetz für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze (Wärmeplanungsgesetz/WPG) und das Bundes-Klimaschutzgesetz bleiben als Bundesgesetze von landespolitischen Veränderungen weitgehend unberührt – und damit auch die Pflicht zur Erstellung der Kommunalen Wärmeplanung. Die Ausführungsgesetze und die Landesverordnungen für den finanziellen Ausgleich konkretisieren diesen Rahmen und regeln Zuständigkeiten, Fristen oder Berichtspflichten.

Die Verantwortung für die Planung liegt bei den Kommunen. Anders als im Stromsektor kann die Wärmewende nicht zentral organisiert werden. Sie hängt stark von lokalen Gegebenheiten ab und wird von unzähligen Einzelentscheidungen getragen. Das zentrale strategische Instrument ist die Kommunale Wärmeplanung. Sie schafft ein Zielbild, mit dem Planungssicherheit hergestellt, die regionale Wertschöpfung gestärkt und Synergien mit anderen Infrastrukturvorhaben gebündelt werden können. 

© dena/KWW

Mehr Wärmeplanung als Antwort auf Unsicherheit

Über 3.600 Kommunen (Stand: August 2026) in Deutschland haben bereits Kommunale Wärmepläne erstellt. Diese reduzieren Abhängigkeiten von fossilen Importen, stärken die regionale Wertschöpfung und schützen vor den Folgen des Klimawandels – gerade auch in politisch bewegten Zeiten.

Demnach ist klar: Die Antwort auf Verunsicherungen gegenüber den steigenden und unsicheren Preisentwicklungen von fossilen Energieträgern ist nicht weniger, sondern mehr Wärmeplanung. Denn die Wärmewende wird durch die Kommunale Wärmeplanung planbar. Orientierung und Planungssicherheit sind zentrale Inhalte des Wärmeplans und eine Grundvoraussetzung, um Wärmepreise stabil und prognostizierbar zu machen.

Status quo der Kommunalen Wärmewende

Einen Überblick über den aktuellen Stand der Wärmeplanung in Deutschland erhalten Sie über unseren KWW-Wärmewendeatlas. Dort finden Sie auch verschiedene Praxisbeispiele aus unterschiedlichen Themenfeldern zur Umsetzung der Wärmewende.

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Zeithorizont und Handlungsaufforderung

Der Zeithorizont ist klar: Bis 2045 soll Klimaneutralität erreicht sein. Jetzt gilt es, die verbleibende Zeit zu nutzen, um den Prozess der Wärmeplanung vorausschauend und mit ausreichend Gestaltungsspielraum anzugehen. So kann die vorhandene Zeit optimal genutzt werden, um

  • die nötigen Strukturen aufzubauen, 
  • relevante Akteurinnen und Akteure einzubinden und 
  • gemeinsam eine tragfähige Wärmeversorgung der Zukunft zu entwickeln.

Quellen

Energieversorgung Mittelrhein AG (evm): Gaspreise in Deutschland: Entwicklung, Zusammensetzung, Kosten 2026. O. D. https://www.evm.de/privatkunden/gas/gaspreise/, Zugriff am: 11. September 2026.

Statistisches Bundesamt: 5,5 Millionen Menschen konnten 2022 aus Geldmangel ihre Wohnung nicht angemessen heizen. 28. November 2023. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Zahl-der-Woche/2023/PD23_48_p002.html, Zugriff am: 11. September 2026.

Stand: September 2026

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